Sechstklässler auf Ratetour

Drei Stunden Wald erkunden

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Die Gruppe „Wiesel“ bei den Jugendwaldspielen an jenem Baumstamm, dessen Umfang sie schätzen sollen.

Heusenstamm - Es waren die Adolf-Reichwein-Schule (ARS) und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), die vor 45 Jahren gemeinsam erstmals mit Waldspielen versucht haben, Jugendlichen die Natur näher zu bringen. Seit 25 Jahren ist auch das Gymnasium dabei. Von Claudia Bechthold 

Schüler haben gestern während der Jugendwaldspiele in Heusenstamms Wald einen Hirschkäfer gefunden und fotografiert. Die Tiere gelten mittlerweile als stark gefährdet. Für Revierförster Bernhard Gerstner ist dies eine kleine Sensation, denn auch in der hiesigen Region sind diese Käfer selten geworden. „Wir lassen im Wald an manchen Stellen das Totholz liegen, damit sich die Artenvielfalt der Flora und Fauna wieder erholen kann“, erläutert Gerstner den Schülern.

Sechstklässler der Adolf-Reichwein-Schule und des gleichnamigen Gymnasiums haben gestern einen rund drei Stunden währenden Spaziergang durch den Wald unternommen. Dabei mussten sie an sieben Stationen, die von Lehrern, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mit der Waldjugend, der Feuerwehr und dem Förster betreut wurden, Fragen beantworten und Aufgaben erfüllen. Insgesamt 30 Gruppen haben die beiden Schulen auf die Strecke geschickt.

Nina Englisch und Katrin Arndt betreuen die Jugendlichen am Start der Spiele. „Das ist der Tag der Biologie-Lehrer“, sagt Nina Englisch lachend, wird aber sogleich wieder ernst: „Es gibt einige Kinder, die waren noch nie hier“, erläutert sie. Am Ende der verlängerten Richard-Wimmer-Straße ist der Treffpunkt für die Sechstklässler, die nach und nach eintreffen, um den Spaziergang anzutreten.

„Wie dick ist dieser Baumstamm? Katrin Arndt zeigt auf einen Stamm. Die Gruppe „Erdkröten“ ist gerade dabei, ihren Rundgang anzutreten. Schätzen sollen sie den Umfang des Baumstamms.

Dann geht es weiter. Vorbei an insgesamt acht markierten Bäumen und Sträuchern, die sie bestimmen sollen. Als Hilfe haben sie ein Blatt erhalten, auf dem die Blätter oder andere typische Merkmale abgebildet sind.

Auch der Schutz des Waldes spielt eine Rolle. Und die Fitness: An einer Station müssen die Jugendlichen Holzpfähle auf Zeit umstapeln und einen Turm bauen, der nicht umfällt.

Abi-Ball des Adolf-Reichwein-Gymnasiums Heusenstamm: Bilder

Zu lösen ist auch noch ein Kreuzworträtsel, das sich vor allem um Ameisen dreht. „Nach der vierten Station findet ihr eine große Informationstafel über Ameisen“, verrät Katrin Arndt den  Erdkröten . „Wenn ihr diese aufmerksam lest, könnt ihr das Rätsel lösen.“

Es wird Nachmittag, bis alle Gruppen die Strecke absolviert und am Endpunkt ihre ausgefüllten Bögen abgegeben haben. Und die Waldhäuser, die sie aus Material basteln sollten, das sie am Boden gefunden haben. „Bitte nichts abreißen“, hatte ihnen die Biologielehrerin beim Start ausdrücklich eingeschärft.

Das Wetter hat zum Glück gehalten. Und vielleicht hat der eine oder andere Teilnehmer nicht nur etwas gelernt, sondern auch den Wert des Waldes schätzen gelernt.

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