Seelsorge im Mittelpunkt

Umfrageergebnisse zum pastoralen Weg in der katholischen Pfarrgruppe

Eberhard Hildt vom Pfarrgemeinderat stellte die Umfrageergebnisse gemeinsam mit den anderen Arbeitskreis-Mitgliedern vor.
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Eberhard Hildt vom Pfarrgemeinderat stellte die Umfrageergebnisse gemeinsam mit den anderen Arbeitskreis-Mitgliedern vor.

Die weltumspannende Gemeinschaft und das soziale Engagement sind die Aspekte, die katholische Christen in Heusenstamm besonders an der Kirche begeistern.

Heusenstamm – Der Zölibat und die Stellung der Frau dagegen sind jene Punkte, die besonders oft genannt werden, wenn es um die Frage geht, was an der Kirche stört. Mit einer Befragung bei etwa 5200 Mitgliedern der Pfarrgruppe sollte herausgefundnen werden, was von der Kirche erwartet wird.

Anlass für die Umfrage, die von 363 Gemeindemitgliedern zum Teil sehr ausführlich beantwortet wurde, wie Yvonne Sassen berichtete, ist der sogenannte pastorale Weg. „Ein Weg der Entwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum“, nennt der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf diesen Prozess.

Aus dem Pfarrgemeinderat heraus hat sich zunächst die Arbeitsgruppe zusammengefunden, die im Herbst parallel zu den Wahlen für dieses Gremium jene Umfrage auf den Weg gebracht hat.

Die Seelsorge, betonte Arbeitskreis-Mitglied Heidi Friedrich, solle beim Prozess des pastoralen Wegs im Mittelpunkt stehen. Dennoch liege vieles im Argen, der Nachwuchs etwa fehle, der Missbrauchsskandal habe viele verärgert. Daher habe man wissen wollen, was den Menschen Kirche bedeute, was sie von Kirche erwarten.

Im Alltag, im Alter und bei Verlusten wünschen sich die Befragten Begegnung mit der Kirche, erläuterte Eberhardt Hildt vom Arbeitskreis. Gewünscht werde mehr Transparenz, mehr Kommunikation, wenn es um die Angebote der Pfarrgemeinden geht. Genannt wurde auch der Wunsch nach einem besseren Miteinander innerhalb der Pfarrgruppe, die aus den drei Gemeinden St. Cäcilia, Mariä Opferung und Maria Himmelskron gebildet wurde. Und auch „mehr Ökumene“ wurde auf diese Liste gesetzt.

Vermisst werden mehr Angebote für Jugendliche sowie für junge Familien mit Kindern. Auch alternative Gottesdienstformen und Diskussionsveranstaltungen haben die Befragten in diesem Zusammenhang genannt. Und zur Frage, was man vom Gottesdienst erwarte, hieß es in einigen Fällen, man wünsche eine gute Predigt mit Bezug zu aktuellen Themen. Hildt betonte in diesem Zusammenhang allerdings, man werde kein Format für Sonntagsgottesdienste finden, das allen gerecht werden könne.

Vier Gruppen sollen nun gebildet werden, um an den vielfältigen Themen, die in der Umfrage geäußert wurden, weiter zu arbeiten. „Wir laden alle ein, daran mitzuwirken“, sagte Arbeitskreis-Mitglied Jochen Friedrich. Ein gemeinsames Treffen werde am Sonntag, 15. März, um 14.30 Uhr bei Kaffee und Kuchen im Pfarrheim Maria Himmelskron, Marienstraße 16a, sein.

Die Themen der Gruppen werden unterteilt in „Frauen“ – geleitet von Kerstin Menz, „Umwelt und Zukunftsfragen“ – mit Jochen Friedrich, „Liturgie“ – Heidi Friedrich und Stephan Sassen, und „Kirche im Alltag“ – Eberhard Hildt. „Das ist kein Abschluss, sondern eigentlich erst der Anfang“, fügte Heidi Friedrich noch hinzu.

Zu den Gästen des Infoabends zählte auch Dekan Willi Gerd Kost. Heimat sei eine Grundvoraussetzung für den pastoralen Weg, sagte er am Ende zu den Besuchern. Und er appellierte, auch über den Tellerrand hinauszusehen. Die Bereitschaft, sich zu bewegen, sei noch sehr gering.

Und Kerstin Menz rief auf: „Lasst uns aufbrechen und keine Sorge haben, wir könnten den falschen Weg wählen.“

Am Rand der Veranstaltung erläuterte Dekan Kost, man schaue sich derzeit verschiedene Szenarien an, die man dann in die Gremien gebe, damit sie diskutiert werden. Das Bistum gestehe dem Dekanat künftig höchstens drei Pfarreien zu. Derzeit gehören acht Gemeinden und Pfarrgruppen aus Mühlheim, Obertshausen, Rodgau, Rödermark und Heusenstamm dem Dekanat an. Bis zum Sommer 2021 soll dann feststehen, welche Kirchengemeinden sich zusammenschließen werden.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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