46 Container voller Hilfe

Seit Jahren spenden Heusenstammer für Eritrea

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Dank aus Rom für 22 Jahre Hilfe (von links): Anni Fischer, Pia Stein, Schwester Angelica, Annemarie Klockner, Marianne Hund.

Heusenstamm - Seit 22 Jahren schicken Heusenstammer Sachspenden nach Eritrea. 46 Schiffscontainer randvoll mit Hilfsgütern und Medikamenten sind seitdem aus der Schlossstadt an die Kapuzinerschwestern in dem ostafrikanischen Land gesandt worden. Von Claudia Bechthold 

Zurzeit ist Schwester Angelica in Heusenstamm, um sich bei den Menschen zu bedanken. Schwester Angelica strahlt. Für eineinhalb Wochen ist sie aus Rom nach Heusenstamm gekommen – um ihre Familie zu treffen, vor allem aber, um den vielen Menschen zu danken, die seit 22 Jahren die Arbeit ihrer Mitschwestern in Eritrea zu einem Teil ermöglichen. Schwester Angelica ist gebürtige Eritreerin und eine von vier Stellvertreterinnen der Oberin bei den „Kapuzinerschwestern von Mutter Rubatto“. Der im 19. Jahrhundert in Italien gegründete Orden ist vor allem in Südamerika und Afrika in der Missionsarbeit tätig.

„Father Hennes“, wie sie den Heusenstammer Heinz Schiedhering nennt, begleitet sie während ihres Aufenthaltes und bringt sie zu besonders aktiven Unterstützerinnen. Heute ist der Frauenkreis der Pfarrgemeinde Maria Himmelskron an der Reihe. Allein von ihnen flossen bisher 21 700 Euro in dieses Projekt. Pia Stein, Annemarie Klockner, Anni Fischer und Marianne Hund als Vertreterinnen des Kreises hören der Ordensschwester gebannt zu: Zwei große Krankenstationen betreiben die Kapuzinerschwestern in Eritrea. In Enghela und in Feledareb können Kranke dort für eine Weile bleiben. Je 50 Betten stehen zur Verfügung. Einen Arzt gibt es allerdings nur an einem der beiden Häuser. Zuständig ist er für etwa 100.000 Menschen. Weitere drei Krankenstationen ohne Betten zählen ebenso dazu.

Nähmaschine für Ausbildung

Etwa 800 Kinder besuchen im Schichtbetrieb eine Schule, die die Schwestern betreiben. In sechs Kindergärten können, ebenfalls im Schichtbetrieb, zirka 400 Kinder betreut werden. Und schließlich verfügen die Kapuzinerschwestern über ein Ausbildungszentrum, in dem junge Frauen das Nähen, Handarbeit, Kochen und Hygiene lernen. „Damit wird den Frauen eine Chance gegeben, Geld zu verdienen“, erläutert Heinz Schiedhering, der die Hilfe für Eritrea 1994 initiiert hatte. Wer die Ausbildung gut absolviert, erhält am Ende eine Nähmaschine.

607 Nähmaschinen, 1201 Pakete mit Stoffen und Nähbedarf, 5798 Pakete mit Bettwäsche, Handtüchern, medizinischem Material und Küchenbedarf, 260 Krankenhausbetten, 854 Matratzen, mehr als 200 Rollstühle und 522 Krankentragen haben Schiedhering und seine Helfer bisher nach Eritrea verschickt. Dazu kommen 3630 Pakete mit Kleidung und Schuhen, 2000 Wolldecken und 604 Pakete mit Spielsachen und Schulsachen. Aber der Bedarf endet nicht. „Wir wollen den Menschen Anreiz geben, im Land zu bleiben“, sagt Schiedhering. Schwester Angelica wird heute um 18.15 Uhr sowie morgen um 11 Uhr in Maria Himmelskron sowie morgen um 9.30 Uhr in St. Cäcilia im Gottesdienst sein.

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