Neujahrsempfang der Heusenstammer CDU

„Sind bereit, mitzugestalten“

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Jens Spahn mit dem Heusenstammer CDU-Vorsitzenden Mario Garbuio von Au (rechts).

Heusenstamm - Mitglieder, Freunde sowie politische Mitstreiter und Weggefährten hat die CDU Heusenstamm einmal mehr zu ihrem Neujahrsempfang in den „Saal für Vereine“ eingeladen. Von Burghard Wittekopf 

Gastredner war der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn, der als Wortführer der „jüngeren Unions-Politiker“ und als einer der Hoffnungsträger der Partei gilt. Freie Plätze gab es nicht mehr im Saal für Vereine an der Rembrücker Straße. Weit mehr als 220 Gäste konnte der CDU-Vorsitzende Mario Garbuio von Au zum Neujahrsempfang begrüßen. Er nutzte die Gelegenheit für einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Garbuio von Au sprach von politischen Umwälzungen in der Schlossstadt, die Koalition habe ihre Mehrheit verloren. Da es auf kommunaler Ebene in solchen Fällen keine Neuwahlen geben kann, sieht er seine Partei in der politischen Verantwortung. „Wir sind bereit, wichtige stadtpolitische Themen mitzugestalten“, betonte der CDU-Chef.

Wichtiges Thema sei etwa der Ausbau des Geländes der ehemaligen Brückenmeisterei. Dort müsse neu gebaut werden. Auch das Thema „Kitaplätze und junge Familien“ sprach er an und versprach „jungen Familien“ Unterstützung. Er rückte das Thema „Schlossmühle“ in den Mittelpunkt: „Wir haben dort ein wunderschönes Gebäude, das zur Kita ausgebaut werden kann.“ Aber auch landespolitische Themen streifte Garbuio von Au. Die Koalition auf Landesebene arbeite geräuschlos. Zur Landtagswahl am 28. Oktober warb er für Unterstützung des Landtagsabgeordneten Ismail Tipi.

Bundespolitisch habe das neue Jahr begonnen, wie es geendet hat: „ohne Regierung“. Aber er freue sich, dass nun ein Koalitionsvertrag zustande gekommen ist. Dieser sei für die CDU sehr schmerzlich. Deshalb sei er froh, dass mit Jens Spahn ein Vertreter der Bundespartei da sei. Mit den Worten „Ich bin mir sicher, dass Sie uns Linderung verschaffen können“ übergab Garbuio von Au das Wort.

Jens Spahn ist Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen und bereits seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestags. In seiner Rede sprach er über den Vertrag zur Großen Koalition, der auch in seinen Augen „weh tut“. Aber das sei manchmal notwendig um politische Stabilität zu gewährleisten. Er sprach davon, dass dieser Vertrag keinen Zauber beinhalte, aber es liege jetzt in der Verantwortung aller, die „Ärmel hoch zu krempeln“ und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Beruhigend in Richtung Partei versicherte er, dass man auf Bundesebene die Kritik der Basis „verstanden“ habe. So könne es nicht angehen, dass jetzt nur Wunden geleckt würden. Grundsätzlich hob er die Leistungen der Regierung hervor und lobte den guten Zustand, in dem sich Deutschland derzeit befindet.

Aber er sprach auch die großen kritischen Themen wie Einwanderung, Multikultur und Leitkultur, Steuern und Europa an. Dem ersten Thema stehe er differenziert gegenüber. Multikulti bedeute für ihn nicht, dass alles, was „anders“ ist, auch bereichernd sei. Themen wie Ehrenmord und Zwangsheirat etwa hätten in Deutschland nichts verloren. Mit seiner Rede hat Spahn bei vielen Themen den Nerv der CDU-Basis getroffen. Jedenfalls erhielt er viel Applaus. Begleitet wurde der Empfang von Pianist Michael Hittel. Zum Ausklang stand man noch lange bei Gesprächen zusammen.

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