Eine Band ist nur eines seiner Ziele

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In Pausen können Schüler sich bei Oliver Roth zum Beispiel Wave-Boards ausleihen.

Heusenstamm - Eingelebt hat sich Oliver Roth schon. In Heusenstamm fühlt er sich sehr wohl, sagt er. Das Arbeiten sei sehr angenehm. Zumal, wenn er es mit seiner vorherigen Aufgabe vergleicht. Oliver Roth ist Schulsozialarbeiter an der Adolf-Reichwein-Schule (ARS). Von Claudia Bechthold

Und genau dieser Tätigkeit ist er auch in Berlin-Kreuzberg nachgegangen. Sicher ist es ein Unterschied, in Berlin oder in Heusenstamm zu arbeiten, bestätigt er entsprechende Vermutungen. Was aber nicht bedeutet, dass ihm sein Job in Berlin keinen Spaß gemacht hat. 470 Mädchen und Jungen lernen an der ARS, der Migranten-Anteil liege bei knapp 40 Prozent, schätzt Schulleiter Matthias Lippert. Gut gefallen Roth der Schulbau und das Gelände. Das ist alles schön weitläufig und entzerrt, gestattet zudem viel Bewegung, lobt er.

Aus familiären Gründen ist der Sozialarbeiter in den Kreis Offenbach gekommen. Vor dem Studium hat er Elektroniker gelernt, erzählt der 41-Jährige über sich. Er hat zwei Kinder und lebt in einer Lebensgemeinschaft.

Seine Hobbies nutzt Oliver Roth auch für den Beruf. Er sei sehr an Musik interessiert, spiele selbst mehrere Instrumente, darunter Gitarre. Seit einiger Zeit betreibt er gemeinsam mit einem der Lehrer eine Musik-Arbeitsgemeinschaft für die Schüler der ARS. „Wir möchten gern eine Schulband gründen“, nennt er als Ziel dieses Angebots. Auch Sport zählt zu seinen Hobbies, er besitzt sogar eine Trainer-Lizenz im Breitensport. Dass es an der Haupt- und Realschule seit seiner Ankunft noch mehr sportliche Angebote gibt, versteht sich schon von selbst.

Angestellt ist Oliver Roth beim Diakonischen Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau. Finanziert aber wird die Stelle zu je 50 Prozent vom Kreis Offenbach und der Stadt Heusenstamm. „Bis mindestens Ende 2013 ist diese Finanzierung auch gesichert“, versichert Bürgermeister Peter Jakoby in diesem Zusammenhang. Zuständig ist der Schulsozialarbeiter für die ARS. „Wir verschließen uns aber nicht, sollte eine Anfrage etwa aus dem benachbarten Gymnasium kommen“, betont Lippert.

Finanzierung der Stelle ist bis mindestens Ende 2013 gesichert

Die Aufgaben des Sozialarbeiters sind vielschichtig. Probleme einzelner Schüler mit der Schule oder der Familie gehören ebenso dazu wie Schwierigkeiten größerer Gruppen untereinander oder alles rund um die Themen Sucht und Gewalt. Bis zur Einrichtung dieser Stelle hatte Rosemarie Kruck, die sich auch als Schulseelsorgerin betätigt, solche Schwierigkeiten allein bewältigt.

Fünf Bausteine hat die Arbeit des Schulsozialarbeiters. Begleitung der Klassen mit sozialem Lernen sei einer davon, der zum Pflichtunterricht in den Klassen fünf bis sieben zählt. Hilfe für einzelne Schüler, in die je nach Fall auch die Eltern und das Beratungszentrum der Diakonie in Dietzenbach eingebunden wird, ist ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit.

Zu den für die Schüler freiwilligen Angeboten des Schulsozialarbeiters zählen auch solche, die in Zusammenarbeit mit der Jugendförderung der Stadt gemacht werden. Die Musik-AG ist nur ein Beispiel. Patenschaften älterer Schüler für Anfänger-Klassen ein anderes. Vernetzung mit anderen Institutionen, mit den Lehrern und der Schulleitung sowie die Beteiligung an der Planung für die Weiterentwicklung der Schule sind weitere Aufgaben.

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