3,6-Millionen-Euro-Projekt am Zwerggewann

Spatenstich für den Bauhof

+
Fast alle Mitarbeiter waren dabei, als die Spaten für den Bauhof-Neubau in den Boden gestochen wurden.

Heusenstamm - Fast fünf Jahre dauerte die Vorbereitung, jetzt konnten Bürgermeister Peter Jakoby und weitere Vertreter der Stadt Spaten in die Erde Am Zwerggewann stechen: In gut einem Jahr soll dort der neue Bau- und Wertstoffhof stehen.

„Stünde Loriot an meiner Stelle, würde jetzt eine Eidechse durchs Bild gezogen werden.“ Ein gut gelaunter Rathauschef begrüßte zahlreiche Zuhörer, wo vor fünf Monaten noch Zauneidechsen durchs Gras flitzten. Die seltenen Bewohner des Areals waren auch ein Grund für die Verzögerung der Arbeiten im Gewerbegebiet, 27 Tiere mussten für rund 25 000 Euro in die Bieberauen umgesiedelt werden, erläuterte Jakoby gestern Mittag..

Er wertete den Termin bei „frischer Luft und strahlendem Sonnenschein“ als gutes Omen. Architekt Georg Böhning vom Büro PBS aus Aachen hofft auf einen milden Winter. Er plante bereits das Kreishaus in Dietzenbach, Schulzentrum und Bauhof in Neu-Isenburg. Mit der Hugenottenstadt war zunächst eine Bauhof-Kooperation geplant, die Kollegen wandten sich aber den Nachbarn in Dreieich zu. Die Einrichtung in Dietzenbach liege zu weit entfernt, blickte der Bürgermeister zurück, auch mit Obertshausen kam keine Zusammenarbeit zustande. Der Standort neben der Feuerwehr sei zu eng, „nicht mitgewachsen“, resümiert Jakoby die Anstrengungen und zeigte Verständnis für die Nachbarn in dem Wohngebiet, die den Lärm des Betriebs ertragen müssen. Zudem sind Werkstätten auf fünf Standorte im Stadtgebiet verteilt.

Untersucht wurden mehrere Varianten, wie etwa eine Sanierung der aktuellen Anlage, ein Umzug in eine vorhandene Immobilie oder auf ein anderes Gewerbegrundstück. Die Fläche direkt hinter der Firma Duwensee überließen die Stadtverordneten dem Speditionsunternehmen, das sich erweitern möchte. So musste Böhning rund zwei Dutzend Pläne erstellen. Das jetzige Areal umfasse etwa 7800 Quadratmeter.

Für Gesamtkosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro soll in einem großzügig bemessenen Gebäude Platz für die Verwaltung und für Sozialräume für die 30 Bauhof-Mitarbeiter geschaffen werden, erläuterte der Architekt. In zwei großen Hallen sollen „Flächen übereinander genutzt“ werden – nachts können dort Fahrzeuge abgestellt werden, tagsüber wird an gleicher Stelle gearbeitet. Sämtliche Dächer werden zudem begrünt, lassen die Zeichnungen erkennen. Für die Bürger werde es einfacher, Bauschutt, Altpapier oder einen Fernseher anzuliefern, versprach der Architekt.

Bilder vom Container-Brand im Bauhof

Fünf Büros hatten sich für die Planung beworben, die Baugenehmigung wurde vor vier Wochen erteilt, gestern gingen die Ausschreibungen für Roh- und Tiefbau raus. Für den scheidenden Bürgermeister ist aber auch die Verwertung des bisherigen Bauhof-Geländes von großer Bedeutung. Die Feuerwehr benötige Umkleideräume für Frauen und möchte neue Parkplätze für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte anlegen, auch das Ärztehaus an der Frankfurter Straße habe Bedarf für eine Erweiterung angemeldet. Jakoby möchte auch einen Lebensmittelversorger für das Ostend ansiedeln, bevorzugt aber an einer anderen Stelle.

M.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare