Spende an Goldberg-Schule

Reiz für alle Sinne

Fröhlich lacht die Schülerin beim Schaukeln.(c) Foto: Michael

Heusenstamm - Der Verein der Freimaurer in Offenbach hat für die Goldberg-Schule gespendet. Es wurde ein Raum für Kinder mit schweren Behinderungen eingerichtet. Von Michael Prochnow 

Es blinkt, raschelt, flattert, schaukelt und leuchtet: So manches Ausstattungsdstück könnte sich der Besucher auch fürs heimische Wohnzimmer vorstellen. In der Schule am Goldberg lassen die jüngsten Errungenschaften helles Kinderlachen erklingen. Bereits Anfang des Jahres hatte der Freimaurerische Wohltätigkeitsverein Carl und Charlotte zur Treue aus Offenbach 3000 Euro für die Ausstattung der Förderschule für geistige Entwicklung überwiesen. Jetzt ließen sich Vorsitzender Herbert A. Füller und Vorstandsmitglied Lutz O. Liebemann aus Heusenstamm von Schulleiterin Birgit Krüger zeigen, was von dem Spendengeld bereits angeschafft worden ist.

In gut erreichbarer Höhe hängen im Bewegungsraum sogenannte taktile Wandtafeln mit Gummibällchen, die beim Anstoßen hektisch wackeln. Holzkästen zieren Glitzerstäbe und Magnetfederkugeln, die Sinneswand ergänzen Klangröhren und Farbwechsler. Im abgedunkelten Raum entstehen immer wieder neue, abstrakte Bilder aus leuchtender Masse.

Die Lehrkräfte legen Wert auf Spielgeräte zum Anfassen und Geräte, die zum Bewegen anregen wie der Traumschwinger, eine Art Hängematte für zwei. Die Füße des schwer behinderten Mädchens ruhen auf einem hölzernen Bodenkasten, über den noch eine goldene Wärmefolie gelegt ist. Wird das Kind geschaukelt, merkt es, dass es durch die Bewegung seiner Füße Geräusche erzeugen kann – und lacht vor Freude!

Zur Ausstattung des Rückzugraums zählen auch ein CD-Spieler, ein Riesen-Sitzsack und ein Projektor, der mit Flüssigkeiten und einem Effektrad Farbspiele an die Wand wirft. Der „Hopsa Dress“ fehlt noch. Die Träger dieser „Hose“ werden in einer Schiene geführt und zum Laufen angeregt. Die teure Spezialanfertigung sei nicht passend geliefert worden, bedauerte die Rektorin.

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„Alles, was mit Therapie und Rehabilitation zu tun hat, ist teuer“, informiert Ulrike Lerch, stellvertretende Schulleiterin, die Gäste. Doch Material zur Förderung der Wahrnehmung wie Geruchs- und Duftspender seien für die Schüler wichtig, um sich in kleine Schritten zu entwickeln. „So fängt ein kleines Kind an zu lernen“, erläutert Birgit Krüger. „Bei unseren Kindern ist diese Entwicklung unterbrochen oder hat nicht statt gefunden.“

„Wir spenden nur projektbezogen“, betont Füller von den Freimaurern aus Offenbach. Aus Einnahmen sowie Spenden von Mitgliedern wurde etwa die Einrichtung am Goldberg unterstützt. Im nächsten Schuljahr werden 25 Lehrkräfte, sieben Erzieher und ein halbes Dutzend Therapeuten sowie elf junge Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr 79 Mädchen und Jungen unterrichten, davon 16 im Rollstuhl. Viele der umfassend beeinträchtigten Schüler bedürfen einer Rundum-Betreuung und Pflege.

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