Spezialwerkzeug aus Heusenstamm

Heusenstamm - Fragt man Peter Kühne nach dem Geschäftsfeld seiner Firma, dann legt er einen fast 1 100 Seiten starken Katalog auf den Tisch und blättert darin. Verzeichnet sind in dem Prospekt von KSTools nicht nur Wasserrohrzangen, Hammer und Steckschlüssel. Von Marc Kuhn

Die Angebotspalette des Heusenstammer Unternehmens ist enorm groß. „Wir vertreiben Werkzeuge“, sagt der Geschäftsführer unserer Zeitung. Gemeint sind Spezialwerkzeuge für die Autoindustrie und Handwerker, die ihr Geld in den Bereichen Sanitär, Heizung und Klima verdienen.

Der Hobbyhandwerker trifft eher selten auf Schraubenzieher oder Schlüssel von KSTools. „Wir gehen über den Fachhandel“, erklärt Kühne weiter. Die Produkte werden eingekauft und an etwa 4 500 Händler alleine in Deutschland geliefert. Groß geworden sei die Firma mit innovativen Produkten, berichtet der gelernte Kaufmann. Sie halte auch zahlreiche Patente. Die Werkzeuge werden unter anderem von VW, Mercedes, Audi und Skoda sowie von Kfz-Werkstätten und Installateuren eingesetzt.

Rund 20 000 Artikel werden in etwa 60 Ländern auf der ganzen Welt verkauft. Etwa 95 Prozent liegen ständig in den Hallen am Seligenstädter Grund auf Lager. KSTools sei vor allem in Europa vertreten, berichtet Kühne, neben Deutschland beispielsweise in den Niederlanden, Frankreich, Italien, Großbritannien, Polen und Österreich. Aber: „Osteuropa ist ein Zukunftsmarkt.“ Mit Außendienstmitarbeitern versuchen die Heusenstammer sich zum Beispiel den Markt in Russland und Tschechien zu erschließen.

Vor 19 Jahren hat Kühne das Unternehmen mit Stephan Schott gegründet - das KS im Firmennamen steht für Kühne Schott. Losgelegt haben die beiden in einem Keller in Bieber. „Eine Adler-Schreibmaschine und ein paar Ideen, mehr hatten wir nicht“, erinnert sich Kühne. Der Erfolg stellte sich rasch ein. 1995 zog das Unternehmen nach Heusenstamm, 2002 entstand der Neubau, der seitdem ständig erweitert wurde. Mittlerweile sind in Heusenstamm etwa 150 Mitarbeiter beschäftigt, in der Gruppe sind es 280. In diesem Jahr rechnet Kühne damit, dass alleine in Heusenstamm ein Umsatz in Höhe von etwa 45 Millionen Euro erwirtschaftet wird, im gesamten Unternehmen werden es nach seinen Worten 80 bis 85 Millionen Euro sein. Die Wirtschaftskrise ist nach seiner Einschätzung längst überwunden. „Das Wachstum in der Branche ist einzigartig, das hat es noch nicht gegeben“, sagt Kühne und fügt hinzu: „Das schöne ist, Werkzeug braucht jeder.“

So ist es nicht überraschend, dass Kühne mit Optimismus in die Zukunft blickt. Eine weitere Lagerhalle ist im vergangenen Jahr fertiggestellt worden. Mit dem Heusenstammer Bürgermeister spricht Kühne bereits über den nächsten Expansionsschritt von KSTools. „Wir haben ein permanentes Wachstum.“ 2015 soll das Unternehmen nach seinen Plänen zu den zehn größten der Branche gehören.

Wachsen soll auch der Personalstamm der Firma. Allerdings hat Kühne Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Deshalb setzt er verstärkt auf Ausbildung. „Wir wollen durch internes Personal wachsen.“ 20 Lehrlinge stehen bereits auf den Gehaltslisten. Für das nächste Ausbildungsjahr werden noch zehn junge Leute gesucht. Sie könnten den Beruf der Groß-, Außenhandels- und Informatikkaufleute ebenso erlernen wie den der Mediengestalter und Lagerspezialisten. Die Perspektiven sind gut. „Wir bilden seit zehn Jahren aus. Bis auf eine Ausnahme haben wir alle übernommen“, erläutert Kühne.

In der Werbung gehen die Heusenstammer derweil ausgefallene Wege. Geschäftsführer Schott hat zum vierten Mal an der Rallye Dakar teilgenommen - diesmal für das X-Raid-Team von BMW. Bei der härtesten Rallye der Welt werden auch Werkzeuge von KSTools eingesetzt und das Logo erscheint in der Fernseh-Berichterstattung, wie Kühne sagt. „Das bringt uns werbemäßig weiter.“

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