Stabsstelle für Flüchtlinge

Öztas stellt Betreuung der Asylbewerber „auf neue Beine“

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Hell und freundlich sind die Zimmer im früheren Rainbow-Hotel, in das am Montag die ersten 14 minderjährigen Asylbewerber eingezogen sind. Sie werden rund um die Uhr betreut.

Heusenstamm - Seit etlichen Monaten beschäftigen sich die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und zahlreiche Ehrenamtliche intensiv mit der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge. Vieles habe man dabei neu entwickeln und organisieren müssen, betont Bürgermeister Halil Öztas. Von Claudia Bechthold

Daher will er eine Stabsstelle für die Koordinierung dieser Arbeit schaffen. 215 Asylbewerber leben inzwischen in Heusenstamm. Zuletzt sind 14 minderjährige Jugendliche in der Stadt eingetroffen, die ohne erwachsene Begleiter nach Deutschland gekommen sind. Sie haben im ehemaligen Rainbow-Hotel im Seligenstädter Grund einen Platz gefunden, an dem sie nach den Regeln der Jugendhilfe rund um die Uhr betreut werden. Wie berichtet, ist das Hotel zu diesem Zweck umgebaut und an den Kreis Offenbach verpachtet worden. Nun will Bürgermeister Halil Öztas die Flüchtlingsarbeit in der Schlossstadt auf neue Beine stellen. „Wir haben festgestellt, dass vor allem die Kommunikation zwischen Verwaltung, Betreuung und Ehrenamtlichen im Argen liegt“, sagt der Rathauschef. So sei zum Beispiel bei den Sprachkursen aneinander vorbei gearbeitet worden. Man habe nicht gewusst, welche Flüchtlinge bereits an Kursen teilnehmen und wer dazu berechtigt ist. Auch sei nicht einzusehen, warum ehrenamtliche Helfer erwachsene Asylbewerber begleiten müssen, wenn diese zum Impfen zum Arzt müsse.

Um solches künftig zu vermeiden, habe man beschlossen, eine Stabsstelle zu schaffen, die direkt dem Bürgermeister angeschlossen ist. Die Vollzeitstelle wird auf zwei Jahre befristet. Sie werde derzeit skizziert und soll zeitnah ausgeschrieben werden. Öztas wünscht sich Bewerber mit sozialpädagogischer Ausbildung. Bereits bestellt habe man einen Flüchtlingskoordinator unter den ehrenamtlichen Helfern. Mit Klaus Dieter Rodewald denke man, einen geeigneten Kandidaten gefunden zu haben, der die gebildeten Arbeitsgruppen koordinieren und für die Stadtverwaltung sowie die Träger der Einrichtungen als Ansprechpartner fungieren soll.

Nächstes Ziel sei die Berufung eines Sportkoordinators. „Der Sport hat einen großen integrativen Charakter“, betont Öztas. Daher sei es wichtig, die Flüchtlinge zum Sport zu bringen. Der Landessportbund fördere dies finanziell und schule die Koordinatoren. Nicht einsehen möchte der Bürgermeister, dass nicht alle Flüchtlinge Sprachkurse belegen dürfen. „Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, ist er sich sicher. Und es könne nicht sein, dass Asylbewerber bis zu zwei Jahre, also bis zur Entscheidung über ihren Antrag warten müssen, um Deutsch lernen zu dürfen. Er habe daher verfügt, dass in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule des Kreises Deutsch-Kurse für alle Flüchtlinge in Heusenstamm angeboten werden sollen. Die Kosten dafür werde die Stadt übernehmen.

Fluchterfahrungen von Prominenten und Künstlern

„Es hat sich inzwischen gezeigt, dass wir die Koordination der Flüchtlingshilfe anders strukturieren müssen“, sagt Halil Öztas. „Wir wollen die zu uns kommenden Menschen so gut wie es eben möglich ist unterbringen und auf Dauer in unser Gemeinwesen integrieren. Mit unseren neu geplanten Stellen und Funktionen, die klar umrissene Aufgaben haben, erhoffen wir uns eine effektive und nachhaltige Präventions- und Integrationsarbeit.“

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