Schäden bei 30.000 Euro

Stadt will wildes Parken im Zwerggewann in den Griff bekommen

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Nur noch auf diesem Randstreifen in der Straße „Am Zwerggewann“ sollen künftig die dicken Laster künftig parken dürfen. Entsprechende Schilder will die Stadt aufstellen lassen. Der Fahrer des blauen Lkw musste mehrfach rangieren, weil jemand seinen Personenwagen viel zu dicht vor ihm abgestellt hatte.

Heusenstamm - Seit zwei Jahren ist das DHL-Paketzentrum in Obertshausen in Betrieb. Und mindestens ebenso lange gibt es in Heusenstamm Probleme mit großen Lastwagen, deren Fahrer zur Einhaltung ihrer Ruhezeiten einen Abstellplatz suchen. Von Claudia Bechthold 

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Das nur zum Teil bebaute Gewerbegebiet Zwerggewann ist dabei besonders beliebt. Eine eigens als Parkplatz für Lastwagen ausgewiesene Fläche, ansonsten gelte grundsätzlich Halteverbot für die großen Fahrzeuge. So will die Stadt Heusenstamm das Problem mit parkenden Lkw im Gewerbegebiet Zwerggewann am Martinsee nun in Griff bekommen.
Seit rund zehn Jahren ist das Gebiet im Osten der Stadt erschlossen. Inzwischen haben mehrere Firmen dort ihren Sitz. Zudem sind am Rand des Areals, im sogenannten Mischgebiet, mehrere Wohnhäuser entstanden. Und seitdem werden die angelegten Parkstreifen von Brummifahrern genutzt, um ihre Fahrzeuge zur Einhaltung ihrer Ruhezeiten abzustellen.

Anfangs ist das nicht besonders aufgefallen. Doch seit das Gelände nach und nach bebaut wird, stören die fremden Fahrzeuge zunehmend. Aber vor allem seit das DHL-Paketzentrum im Obertshausener Gewerbegebiet Herbäcker läuft, hat der Lkw-Verkehr in Heusenstamm erheblich zugenommen.

Besonders dreist verhielt sich der Fahrer des gelben Lasters rechts: Er stellte sein Fahrzeug einfach auf den Gehsteig, der für solches Gewicht gar nicht ausgelegt ist.

„Wir haben ja Verständnis für die Fahrer, die ihre Pausen einhalten müssen“, sagt einer der Anwohner. „Aber das ist ja auch kein Rastplatz, es gibt keine Toiletten.“ Dazu kommt die Rücksichtslosigkeit so manchen Fahrers. „Wir erleben immer wieder, dass so ein Laster direkt vor der Haustür abgestellt wird, auf dem Bürgersteig“, berichtet der Heusenstammer weiter. Wenn man den Fahrer dann anspreche, dass er sein Gespann doch bitte wo anders parken solle, weigere er sich, weil er nun nicht mehr fahren dürfe.
Die Anwohner äußern sich daher zufrieden, wenn es nun gelingen solle, da endlich Ordnung rein zu bringen. „Wir haben eigentlich schon resigniert“, fügt der Mann noch hinzu. Aber nicht nur Zugmaschinen stehen regelmäßig in den Parkbuchten. Abgestellt werden dort auch Anhänger und Container, die nicht den Anliegern zugeordnet werden können.

Vor allem für die Parkbuchten, aber auch für die Gehweg gelte, dass dort keine Fahrzeuge stehen dürfen, die nicht in die Buchten hineinpassen, erläutert dazu Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu, der auch Ordnungsdezernent ist. Selbst wenn ein Laster mit Zugmaschine und Anhänger exakt in eine der meist mit Pflanzgruben abgetrennten Buchten passe, gelte dieses in der Straßenverkehrsordnung festgeschriebene Verbot, solange beim Rangieren Randsteine oder Beete überfahren werden müssten.

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Die Schäden, die inzwischen durch das Verhalten der Brummifahrer entstanden sind, kann man längst nicht mehr als Lappalien bezeichnen. Auf etwa 30.000 Euro schätzt man diesen Betrag bei der Stadt. Pflaster- und Randsteinen wurden zerstört und immer wieder Laternen- und Schildermasten umgefahren. Die Laternenmasten hat die Stadt mittlerweile mit davor platzierten Betonblöcken gesichert.

Die Schilder zur Ausweisung eines Randstreifens als reinen Lastwagen-Parkplatz seien bestellt, versichert Hajdu. Er hoffe, dass diese in der nächsten Woche aufgestellt werden können. Zudem sollen die schweren Fahrzeuge künftig über den Martinsee-Kreisel, die Martinseestraße sowie „An den Herrnäckern“ zu jener Parkfläche geleitet werden.

Hajdu verspricht außerdem, dass sowohl Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts als auch Beamte der Polizeistation Heusenstamm das Gebiet regelmäßig kontrollieren werden, um jene Fahrer, die sich nicht an die Vorgaben halten, zu verwarnen. Fakt bleibt allerdings auch, die Nichteinhaltung der Ruhepausen ist weitaus teurer als ein Strafzettel wegen falschen Parkens.

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