Kooperation will zusätzliches Angebot prüfen lassen

Stadtbus in graue Stadtteile

Könnte eine eigene Stadtbuslinie die Situation für Bürger in Heusenstamm verbessern? Diese Frage möchten die Mitglieder der Kooperation aus SPD, Grünen und Freien Wählern Heusenstamm (FWH) klären lassen.

Heusenstamm – Einen entsprechenden Antrag werden sie für die erste Sitzung des Stadtparlaments im neuen Jahr einbringen.

Damit soll der Magistrat beauftragt werden, in Zusammenarbeit mit der Kreis-Verkehrs-Gesellschaft (KVG) und dem Kreis Offenbach zu prüfen, ob die Einführung einer Stadtbuslinie unterversorgte Stadtteile besser mit den Einzelhandelsstandorten sowie mit öffentlichen Einrichtungen verbinden könnte. Dabei sollen auch die Senioren- und Sozialzentren sowie das von dem Darmstädter Professor Jürgen Follmann vorgelegte Konzept zum Abbau von Barrieren berücksichtigt werden. Vor allem die Bedürfnisse älterer und mobilitätseingeschränkter Menschen seien dabei zu beachten, heißt es in dem Antrag.

Es gibt eine Reihe grauer Stellen auf dem Stadtplan, die von keiner Buslinie erfasst werden, erläutert der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Heiner Wilke-Zimmermann, auf Anfrage. So gebe es zum Beispiel für die Bewohner des Stadtteils Waldesruh und an der Dietzenbacher Straße kaum Möglichkeiten, den Öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Die nächstgelegene reguläre Bushaltestelle befindet sich in der Feldbergstraße.

Die Bürger in Waldesruh können zwar ein sogenanntes Anrufsammeltaxi nutzen. Dafür gibt es auch eine Haltestelle am Hainer Weg. Doch dieses wird während der Woche nur abends angeboten, samstags nach 17 Uhr sowie sonntags stündlich zwischen etwa 7.30 und 23.30 Uhr. Das Anrufsammeltaxi hält dort nur, wenn sich ein Fahrgast spätestens eine halbe Stunde vor der Abfahrt telefonisch angemeldet hat. Ähnlich ist es für das Sommerfeld geregelt.

Nach dem Willen der Kooperation soll der Magistrat eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorlegen, aus der sich die jährlichen Kosten und gegebenenfalls ein erforderlicher städtischer Zuschuss ergeben. Geprüft werden soll weiterhin, ob Fördermittel beantragt werden können. „Wir wissen nicht, was am Ende dabei herauskommt“, sagt Wilke-Zimmermann. Und wenn es am Ende zu teuer werde, sei das auch in Ordnung. Aber vielleicht sei es auch eine sinnvolle Angelegenheit. Allerdings erwarte man jetzt keine teure Studie, sondern hoffe darauf, dass Fachleute das grundsätzlich auch so beurteilen könnten.

Ziel des Antrages sei es, das Busangebot in Heusenstamm attraktiver zu machen. „Ein Stadtbus ist geeignet, mehr Bewohnern die Nutzung des ÖPNV zu erleichtern und sie so zum Verzicht auf die innerörtliche Benutzung des Autos zu ermuntern“, heißt es in der Pressemitteilung der Kooperation. Es gebe zwar schon überörtliche Buslinien, die durch die Schlossstadt fahren. Dennoch hätten zum Beispiel ältere Menschen und (Geh-)Behinderte zum Teil lange Fußwege.  clb

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