Stadtbus kostet 800 000 Euro

Kooperation beschließt Prüfantrag zur Einführung einer Heusenstammer Buslinie

Bus
+
In Heusenstamm soll eine eigene Buslinie eingeführt werden.

Kann das Bussystem in der Schlossstadt verbessert werden? Und was würde das kosten? Mit diesen Fragen müssen sich jetzt der Magistrat und die Verwaltung befassen.

Heusenstamm – Die Einführung eines Stadtbusses oder des von der Kreisverkehrsgesellchaft (KVG) geplanten Hoppers (wir berichteten) soll der Magistrat für Heusenstamm prüfen. Dies beschlossen die Stadtverordneten auf Antrag der Kooperation aus SPD, Freien Wählern und Grünen in ihrer jüngsten Sitzung. In die Frage, ob und wie der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Stadtgebiet optimiert werden kann, sollen auf Initiative der FDP auch andere Möglichkeiten wie etwa die Zusammenarbeit mit privaten Beförderungsunternehmen einbezogen werden. Die Berücksichtigung des in Seligenstadt bereits eingeführten Hoppers hatte die CDU-Fraktion veranlasst.

Dem Beschluss ging eine längere Debatte voraus, in der der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Lang betonte, die Prüfung sei ergebnisoffen.

Stadtteile besser an den ÖPNV anbinden

Wie berichtet, geht es im Antrag vor allem darum, wie Stadtteile – etwa das Sommerfeld oder die Waldesruhe – besser an den ÖPNV angebunden werden können. Dies scheitert bislang unter anderem an engen Straßen in den Wohngebieten, die ein großer Bus nicht befahren kann.

Bei der Frage eines eigenen Stadtbusses spiele auch eine Rolle, ob Heusenstamm auf Landesebene seinen Status als sogenanntes Mittelzentrum behalten könne, sagte Lang weiter. Ein solches Verkehrsmittel werde im Entwurf des Landesentwicklungsplans als eines der Kriterien für Mittelzentren genannt, erläuterte der Sozialdemokrat.

Dem widersprach Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu (CDU), der bemerkte, ein Stadtbus sei keine zwingende Voraussetzung für ein Mittelzentrum.

Für die FDP verwies deren Fraktionschef Uwe Klein darauf, dass Heusenstamm mit dem Zentrum Martinsee und dem Schwimmbad bereits zwei große Kostenfaktoren in Millionenhöhe bei den freiwilligen Leistungen habe. Gerade erst habe die Kommunalaufsicht die Stadt aufgefordert, mit dem Haushalt für das nächste Jahr „Perspektiven für eine geordnete Finanzwirtschaft zu gewinnen“. Ein Stadtbus könnte weitere 800 000 Euro bis eine Million Euro pro Jahr kosten. Deshalb wolle die FDP, dass auch andere Alternativen geprüft werden wie etwa die Ausgabe von Gutscheinen zur Nutzung privater Beförderungsmittel.

Entscheidung zum Hopper im Dezember

Für die CDU plädierte Lothar Fella dafür, den Antrag noch einmal zurückzustellen, bis die Kreisverkehrsgesellschaft eine Entscheidung zum Hopper getroffen habe. Diese soll Anfang Dezember fallen. Auch er verwies auf die hohen Kosten einer allein von der Stadt zu finanzierenden Buslinie, der Hopper würde nur etwa ein Fünftel davon erfordern.

Heiner Wilke-Zimmermann, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, betonte, es gehe darum, den ÖPNV zu verbessern. Man denke dabei durchaus an ein kleineres Gefährt, das auch durch engere Straßen passe.

Hajdu machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass die Stadt, sollte die KVG die Einführung des Hoppers für Heusenstamm beschließen, ihren Anteil dazu so oder so bezahlen müsse – direkt oder über die Kreisumlage. (Claudia Bechthold)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare