„Stadtleitbild hat sich gelohnt“

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Heusenstamms Ortskern und Westen von oben.

Heusenstamm - Der Aufwand war groß, aber er hat sich gelohnt, sagt Bürgermeister Peter Jakoby heute über das einst erstellte Stadtleitbild. Von Claudia Bechthold

Sechs Jahre ist es her, dass sich Politiker und Verwaltungsmitarbeiter mit annähernd 200 Bürgern zusammengesetzt haben, um Ziele für Heusenstamm zu formulieren und auch zu erfüllen. In loser Folge will die Redaktion nun nachfragen, was daraus geworden ist.

„Ich frage mich manchmal, wo ich damals die Zeit hergenommen habe“, meint Jakoby. Zum Glück habe er vorher nicht gewusst, wie viel Zeit und Arbeit ihn das kosten würde. Und auch, dass es der heißeste Sommer werden würde, habe vorher niemand ahnen können: „Ich habe noch jetzt große Hochachtung vor dem Durchhaltewillen der Teilnehmer.“

Fünf Themen hatte man sich in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Ursula Funke für die Arbeitsgruppen vorgenommen, um Stärken und Schwächen zu formulieren sowie sich jeweils Ziele zu setzen. Dem war eine Umfrage voraus gegangen, in der sich 500 Bürger zu Image und Lebensqualität der Schlossstadt äußern sollten.

Wirtschaft, Stadtentwicklung, Soziales, Bildung und Freizeit sowie Rembrücken lauteten die fünf Themen, mit denen sich die Arbeitsgruppen befasst haben. Regine Dinkelborg, Andrea Filsinger, Christina Riedel, Markus Tremmel und Ulrike Winkler aus der Verwaltung haben die Geschäftsführung der Arbeitsgruppen übernommen.

„Der Zeit ein wenig voraus“

Für Peter Jakoby hat das Stadtleitbild drei Ansätze: die Bürgerbeteiligung, die Ideen und die Verträglichkeit mit dem, was von Politikern gewollt ist. Die gemeinsame Arbeit mit den Bürgern sieht er allerdings noch immer als den wichtigsten Aspekt des Projekts. „Wenn man heute sieht, was da mit Stuttgart 21 oder zum Thema Fluglärm alles passiert, dann waren wir mit unserer frühen Bürgerbeteiligung doch unserer Zeit ein wenig voraus.“ Das gelte vor allem für Großprojekte wie den Umbau des Schwimmbades oder die Umstellung der Kinderbetreuung. „Manche Bürger, die sich damals engagiert haben, sind heute noch dabei.“ Als Beispiele nennt er die Fördervereine der Betreuungen an den Grundschulen.

Zwei Jahre nach dem Start der Arbeitsgruppen habe man etwa zwei Drittel der gesetzten Ziele umgesetzt oder zumindest auf den Weg gebracht, erinnert sich der Bürgermeister. Wobei sicherlich das eine oder andere Ziel auch eher als Richtschnur gedacht sei.

Und noch einen Nutzen hat die Arbeit für das Stadtleitbild aus der Sicht des Verwaltungschefs gebracht: Die Bürger einerseits haben feststellen können, wie eine Verwaltung und die Politik funktionieren, und dass da auch viel Arbeit dahinter steckt. Und den Rathausmitarbeitern andererseits sei deutlich geworden, wie man mit den Bürgern umgehen kann, dass man diese als Partner erleben kann. Das Fazit nach sechs Jahren für Jakoby lautet: „Wir waren gut beraten, das Projekt Stadtleitbild umzusetzen.“

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