Uwe Michael Hajdu auf den Spuren der Herren und Ritter

Stadtrat forscht im Mittelalter

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Uwe Michael Hajdu vor dem Wappen der Herren von Heusenstamm, dessen drei Zacken auch heute die Stadt symbolisieren.

Heusenstamm - Die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1211 verdankt Heusenstamm Eberhard Waro von Hagen, dem die Burg und das Dorf damals gehörten. Doch vieles aus dieser Zeit des Mittelalters liegt im Dunkeln. Von Claudia Bechthold

Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu versucht, ein wenig Licht in diese Geschichte zu bringen. Uwe Michael Hajdu, Jurist und seit vielen Jahren Erster Stadtrat in der Schlossstadt, befasst sich schon immer gerne mit Geschichtlichem. Seit zweieinhalb Jahren aber widmet er dieses Interesse in seiner Freizeit vor allen den Herren und Rittern von Heusenstamm, denen Dorf und Burg mehr als 400 Jahre lang gehörten. Daraus ist mittlerweile eine Art Forschungsarbeit geworden, denn es gibt wenige zeitgenössische Aufzeichnungen, die sich mit der Entwicklung des Dorfes befassen – um nicht zu sagen eigentlich gar keine.

Die einzige Chance, etwas über die Ritterfamilie zu erfahren, sind Urkunden, in denen deren Namen erwähnt sind. Angefertigt wurden solche Papiere meist, um Verkäufe oder Lehensrechte zu dokumentieren. Und so hält sich der 50-Jährige oft in Archiven auf, in denen solche Urkunden aufbewahrt werden. Doch das Finden der richtigen Dokumente ist das eine, das Lesen der Inhalte etwas anderes. Vieles ist in mittelalterlichen Schriften notiert, die zu Lesen es einiger Gewöhnung bedarf. Zudem wird häufig die lateinische Sprache genutzt, sodass die Texte erst einmal übersetzt werden müssen. Schließlich haben diese Urkunden nur selten DIN-A4-Format. „Das Testament des Martin von Heusenstamm konnte ich nur mit ausgebreiteten Armen halten“, berichtet Hajdu.

Mit einem Vortrag hat der Jurist jetzt beim Heimat- und Geschichtsverein von seinen Erkenntnissen berichtet. Dabei wurde deutlich, wie wechselvoll die Geschichte Heusenstamms eigentlich ist. So wurden Burg und Ländereien immer wieder verpfändet und zurückgeholt.

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Erst jenem Martin von Heusenstamm, dessen 1508 geborener Sohn Sebastian später Kurfürst und Erzbischof von Mainz und damit Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches wurde, gelang es, so die Erkenntnisse aus den Nachforschungen, die Schulden seiner Vorfahren zu tilgen und der Familie einen Aufschwung zu bringen. Zudem wurde er unter anderen 1502 zum Hauptmann der Stadt Frankfurt ernannt.

Teilgenommen hat Martin von Heusenstamm am Romzug des Königs Maximilian I., um die Kaiserkrone zu erhalten. Dabei geriet Martin bei einem Erkundungsritt auf feindliches Gebiet, wurde verwundet und gefangen genommen. Allerdings muss sich der Feind, der ihm sein Schwert abnahm, nicht eindeutig verhalten haben, so dass sein Schwert von eigenen Leuten zurückgeholt und er verbunden werden konnte. Das hat ihm möglicherweise das Leben gerettet.

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