Städtischer Rundgang im Sommerfeld

Grün mit Bank statt Parkplatz

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Erheblich sind an manchen Stellen die Verwerfungen, die von Wurzeln der Bäume verursacht werden. Dennoch sollen die Pflanzen nur dann entfernt werden, wenn es um die Sicherheit geht.

Heusenstamm - Anregungen aus Gesprächen mit Bewohnern ist Bürgermeister Halil Öztas jetzt gefolgt. Von Jana Holecek

Gemeinsam mit Fachdienstleiter Axel Jahn, der für die Grünflächen in Heusenstamm zuständig ist, stellte er sich den Fragen und Anregungen der Anwohner bei einem Rundgang im Stadtteil Sommerfeld.

Immer wieder hatten Menschen während der Bürgersprechstunde von Halil Öztas Wünsche geäußert, die die Grünanlagen im Sommerfeld betrafen. So initiierte der Verwaltungschef diesen Rundgang, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, direkt auf Schwachpunkte und Probleme hinzuweisen, aber auch Ideen und Anregungen an die Fachdienste heranzutragen.

Die Begehung startet in der Hans-Hemberger-Straße in Höhe der Abzweigung „Am Krummen Graben“, an den Glas-Containern also. Schon dort könnte es mit etwas mehr Grün netter aussehen, bemerkt eine Anwohnerin. Jahn erklärt, dass die Stadt nur auf den stadteigenen Grundstücken etwas verändern könne. Auf Privatgrundstücken aber habe sie, außer bei groben Verstößen, kaum Einfluss. Für das Loch mitten auf der Straße in der Einmündung zum Krummen Graben, auf das ein zufällig vorbeikommender Radler aufmerksam macht, ist die Stadt allerdings ganz sicher zuständig. Es wird sofort von Öztas auf die „To-Do-Liste“ gesetzt.

„Wir müssen differenzieren, was kurzfristig verbessert werden kann, und woran wir mittel- bis langfristig arbeiten müssen“, betont der Bürgermeister immer wieder. Das etwa 20 bis 30 Zentimeter große Loch im Straßenbelag dürfte eher zu den kurzfristigen Projekten zählen.

Die große Pappel vor dem Parkplatz am Damm zur Ringstraße sondere eine klebrige Masse ab und verschmutze damit die parkenden Autos, beschwert sich ein Anwohner. Außerdem hebe sie mit ihren Wurzeln die Pflastersteine hoch und sei damit eine gefährliche Stolperfalle.

Da ist sich das Verwaltungsteam einig: Die Pappel soll erhalten werden. Die Straße sei an dieser Stelle unnötig breit. Es soll geprüft werden, ob man einen großen Teil der Pflastersteine entfernen und stattdessen einen kleinen grünen Park mit Sitzmöglichkeiten errichten könne. Das würde nicht nur den Wurzeln der Pappel helfen, sondern den Platz grundsätzlich aufwerten. Eine neue Parkplatzsituation könne man somit auch schaffen.

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Um Bäume ging es hauptsächlich während der Begehung. Möglichst viele sollten erhalten bleiben. Leider sei in der Vergangenheit keine Rücksicht auf die Bedürfnisse von Linden, Pappeln und anderen Bäumen genommen worden. Und dass diese wachsen und mit ihren Wurzeln Nahrung suchen, sei bei der Planung wohl auch nicht bedacht worden. Eine einzige Sanierung, bei der die zerstörerischen Wurzeln eines Baumes von Nachbars Garten und Zaun entfernt wurden, kostete 4 500 Euro, betont Jahn. Dabei habe man entdeckt, dass die Bäume bei der Pflanzung in Schachtringe gesetzt wurden. Heutzutage versuche man, den Wurzeln links und rechts entlang der Straßen und Grundstücke einen angenehmen Lebensraum zu bieten, damit sie erst gar nicht in Versuchung kommen, Straßen oder Gehwege zu unterwandern. Warum aber so mancher Baum mitten auf den Gehweg gepflanzt wurde, bleibe vermutlich ein Rätsel. Letztendlich werde also der eine oder andere Baum, wenn es um die Sicherheit geht, weichen müssen.

„Dass Bäume Laub abwerfen liegt in deren Natur“, erwidert Jahn die Beschwerde einer Anwohnerin. Da ihr Haus am Ende eines „Windfangs“ liege und sie manchmal vor lauter Laub ihr Tor nicht mehr aufbekomme, müsse man eine Lösung finden, betont Öztas. Nach rund zwei Stunden ist der Rundgang beendet. Im Rathaus wird alles nachbereitet. Die Bürger sollen dann über Ideen und Lösungen informiert und einbezogen werden.

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