Statt Gewinn am Ende nur draufgezahlt

Heusenstamm - Wolfgang M. weiß, dass er Betrügern auf den Leim gegangen ist. Und dennoch möchte er wenigstens verhindern, dass andere Bürger auf diese Masche hereinfallen. Von Claudia Bechthold

Denn die Art und Weise, wie die Hintermänner den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen, ist schon verführerisch. Der Anruf kam zwischen den Jahren. Eine Mann meldete sich als Vertreter der Firma „EB-Marketing“ und teilte Wolfgang M. mit, er habe nun endlich mal etwas gewonnen. So lange nehme Wolfgang M. schon an Preisausschreiben und Gewinnspielen teil, aber wirklich etwas gewonnen habe er doch noch nie. Nun habe jene Firma ihn ausgewählt, er solle endlich mal einen richtigen Preis erhalten. 2 250 Euro werde man ihm in den nächsten Tagen per Barscheck zukommen lassen.

Da Wolfgang M. schon das eine oder andere Mal an einem Preisausschreiben teilgenommen hatte, vermutete er, dass die Firma auf diese Weise an seine Anschrift und Telefonnummer gelangt ist. Etwa eine Woche nach dem Anruf kam der versprochene Brief. Per Nachnahme. 67 Euro plus zwei Euro Gebühr sollte der Heusenstammer Pensionär bezahlen. Er habe einen Moment lang gezögert, sagt Wolfgang M., weil ihm eigentlich schon klar war, dass er dieses Geld würde vergessen können. Aber dann war die Versuchung zu groß. 69 Euro gegen einen Gewinn in Höhe von 2 250 Euro, es hätte ja doch sein können, dass sich im Umschlag tatsächlich ein Barscheck befindet. Aber es kam, wie er es eigentlich auch schon befürchtet hatte. Kein Scheck war im Umschlag, sondern ein maschinell und nicht besonders professionell erstelltes Schreiben mit der Überschrift „Das große Gewinnen kann beginnen!“ Er habe sich mit den „nur“ 67 Euro die Recherche für die passenden Gewinnspiele gesichert, konnte Wolfgang M. da lesen. Und für weitere 39 Euro je Quartal werde „EB-Marketing“ für ihn an den „gewinnreichsten Supergewinnspielen“ teilnehmen.

Das Geld ist futsch, das weiß Wolfgang M. Ein Brief an die Firma mit Postfach-Adresse in Dortmund kam sofort zurück. „Anschrift unbekannt.“

Polizeisprecher Ingbert Zacharias rät allen Betroffenen, Strafanzeige zu erstatten. „Auch wenn das wenig Aussicht auf Erfolg hat, so können wir doch nur dann überhaupt etwas unternehmen, wenn wir etwas in der Hand haben“, sagt er. Die Masche sei nicht allzu verbreitet, aber auch nicht neu. Immer wieder mal gebe es solche Versuche. Wer Anzeige erstatten möchte, könne sich unter der Rufnummer Tel. 069/ 8098-1234 direkt an die Kriminalpolizei wenden.

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