„Staudinger ist Fehlinvestition“

Heusenstamm - (clb) Auf einen Leserbrief des früheren Bürgermeisters Josef Eckstein hat Thorwald Ritter, Kreisvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) reagiert.

Eckstein hatte den Einspruch der Stadt Heusenstamm gegen den geplanten Block 6 des Kraftwerks Staudinger kritisiert, unter anderem mit dem Argument, dass drei alte Steinkohleblöcke (Block 1 - 3) durch einen neuen, hocheffizienten Kraftwerksblock (Block 6) ersetzt werden sollen, der 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß je Kilowattstunde habe als die alten Blöcke. Zudem brachte der frühere Verwaltungschef seine Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass sich der Magistrat sich jetzt um die Frischluftzufuhr aus dem Spessart sorge, die seither ebenfalls weniger „frisch“ gewesen sei.

Eckstein sei, so schreibt nun Ritter, der Eon-Propaganda aufgesessen. Staudinger Block 2 laufe schon lange nicht mehr, Block 1 und 3 des Kraftwerks mit zusammen 550 Megawatt (MW) liefen nur manchmal. Der geplante Block 6 mit 1 100 MW solle aber im Grundlastbereich eingesetzt werden. Trotz besserer Abgasreinigung erwarteten die Bürger dann acht Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid statt bisher fünf. Die 60-prozentige Energieverschwendung beheize die Luft und das Mainwasser und werde durch eine Fernwärmeauskopplung, die nicht gesichert sei, nicht viel besser. Die milliardenschwere Fehlinvestition in eine Steinzeittechnologie behindere den Ausbau von Alternativen. Die von Eckstein genannten Stromerzeugungskosten seien ohne die Kosten für Umwelt- und Gesundheitsschäden errechnet. Über die Preise in 40 Jahren werde man staunen.

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