Sträucher für Vogelschutz

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Sabrina Tinat (14) und ihre jüngere Schwester Lara Tinat (9) beim Pflanzen.

Heusenstamm ‐ „Noch ein bisschen tiefer graben, dann reicht es.“ Gegenseitig geben sich die Jugendlichen Tipps, wie sie die mehr als hundert Sträucher am besten setzen. Von Ismail Tipi und Claudia Bechthold

Der Untergrund ist dort - zwischen Kläranlage und Schloss entlang der Bieber, sehr steinig. Mit Bauschutt war der Boden dort einst aufgefüllt worden. Nicht immer schaffen es die jungen Leute, steinige Brocken zu entfernen. Dann müssen Erwachsene mit der Spitzhacke helfen.

Gemeinsam mit Mitgliedern der in diesem Jahr 40 Jahre alten Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Heusenstamm hat die Schlossstädter Waldjugend jetzt heimischen Sträucher in diesem Gebiet gepflanzt. Etwa hundert dieser Pflanzen wie Eberesche, Weißdorn, Sanddorn, Wolliger Schneeball, Schwarzer Holunder, Feuerahorn, Kreuzdorn, Faulbaum, Vogel-Kirsche, Kahle Apfelbeere und Pfaffenhüttchen hat die Schutzgemeinschaft aus Anlass ihres Geburtstages gestiftet. Weitere zehn Pflanzen spendete Achim Müller, Inhaber des Gartengeschäfts Kochendörfer. „Darüber habe wir uns sehr gefreut“, sagt Hanna Friede, Vorsitzende des SDW in Heusenstamm.

Renaturierung, Lärm-und Sichtschutz, Biotopvernetzung

Dienen sollen diese Sträucher nach den Angaben des Forstpaten Ralf Jander nicht nur der allmählichen Renaturierung der Bieberaue, sondern auch dem Lärm- und Sichtschutz sowie dem Vogelschutz und der Biotopvernetzung. „In diesem Gebiet lebende Tiere sollen darin Unterschlupf finden können“, erläutert Jander.

Noch eine andere Aktion liegt der Schutzgemeinschaft-Vorsitzenden am Herzen. „Wir müssen die weißblühenden Kastanien vor der Kastanienminiermotte schützen", betont Hanna Friede. Dies sei nur möglich, wenn man das Laub dieser Kastanien aufsammele und zur Vernichtung durch Vergärung in Biogasanlagen oder Verbrennung bringe. Die Schutzgemeinschaft hat zu einer bundesweiten Sammelaktion aufgerufen, an der sich auch die Heusenstammer beteiligen.

Am kommenden Samstag, 7. November, sammeln alle Interessierten von 10 bis 12 Uhr am Sport- und Kulturzentrum Martinsee das Kastanienlaub auf. Gartenbesitzer mit weißblühenden Kastanien werden gebeten, deren Laub eine Woche später, am Samstag, 14. November, zwischen 10 und 12 Uhr zum Sammelplatz am Schloss, Im Herrngarten, zu bringen, damit es fachgerecht entsorgt werden kann.

Die Kastanienminiermotte frisst sich ins Innere der Blätter und legt dort ihre Eier ab. Die Folge ist, dass die Bäume ihre Blätter bereits im Sommer verlieren und anfällig werden für Krankheiten.

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