Konzert

Heusenstamm: Freiluft-Konzert in Zeiten von Corona begeistert Zuhörer

Schunkeln und Tanzen zu altbekannten Hits: In der aktuell schwierigen Lage ist das Konzert der PFH-Band eine willkommene Abwechslung für die Bewohner. Foto: M

Ein Freiluft-Konzert in Zeiten von Corona, wo selbst Handschlag und Gottesdienste verboten sind? Kein Problem, wenn die Maße stimmen.

Heusenstamm - Die Leitung des Horst-Schmidt-Hauses ermöglicht am Samstagnachmittag einen Auftritt der PFH-Band aus Offenbach, die zwei Stunden lang Bewohner, Pflegepersonal, Angehörige und Passanten mit populären Oldies und Schlagern unterhält.

Dabei sind die Räume klar definiert: Die Terrasse des Cafés ist als Bühne dem Trio in Jeans und schwarzen Glitzer-Jacken vorbehalten. Besucher nähern sich unter Beachtung der Abstandsregeln dem Zaun, während die Bewohner auf den Bänken im Garten Platz genommen haben. „Heißt jemand Eloisa?“, fragt Sänger Peter Gottwald in den kleinen Park hinein, nachdem er den Hit von Roger Whittaker vorgetragen hat.

Spontane Reaktionen auf ihre Moderation oder Jubel können die Musiker von ihrem Publikum nicht erwarten, das haben sie schon beim ersten Corona-Auftritt in der Lederstadt erfahren. Und trotz der räumlichen Distanz kommt die Freude an, nach jedem Lied schlägt der Gruppe dankbarer Applaus aufmerksamer Zuhörer entgegen. „Die rote Sonne von Barbados“, „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ und „Nur ein Flirt“ kennen viele Senioren noch aus jüngeren Jahren, sie wecken Erinnerungen an vergangene Zeiten.

„Sirtaki, den Bruder von Zaziki“, kündigt Hucky Reinhardt humorvoll den nächsten Titel an. Und wie zu jeder Melodie animieren die sechs diensthabenden Pflegerinnen und Pfleger im Garten die älteren Menschen zum Tanzen. Und das funktioniert selbst mit Rollstuhlfahrern prima. Das internationale Team reißt die Senioren mit viel Temperament und noch mehr Empathie mit. Vom Bürgersteig aus bewundern Angehörige und Nachbarn das Engagement. Auch auf den Balkonen wippen sie im Takt – ein Bild, das Mut macht.

Etwa 60 Bewohner sind dabei, überschlägt Lisa Gute. Die neue Sozialdienstleiterin der Awo-Einrichtung berichtet von täglichen Begegnungen über den Zaun hinweg. Gleich zu Beginn der Corona-Zeit haben sie aber auch Videotelefonie eingerichtet, „und unsere Veranstaltungen laufen weiter wie gewohnt“, also Gymnastik, basteln und singen. Andachten werden von der evangelischen Pfarrerin Susanne Winkler vorbereitet und von Mitarbeiterinnen des Hauses gestaltet.

Vor acht Tagen hat bereits ein Schlager-Duo musiziert. Wenn das Wetter hält, treten morgen Mitglieder des Vereins „Clownsmadams & Buben“ aus Darmstadt auf. Wie auch PFH spielen sie für Gottes Lohn. „Wir sind zum Glück nicht von den Einnahmen abhängig“, sagt Hucky an den Saiten. Aber 22 Auftritte sind bisher abgesagt worden, „das merkste schon“.  

red

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