Test-Strategie für Kita-Kinder

Initiative aus Rembrücken ermöglicht kostenfreie Corona-Prüfungen

Eine Teststrategie für Kita-Kinder haben Eltern der städtischen Einrichtung in Rembrücken entwickelt.
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Eine Teststrategie für Kita-Kinder haben Eltern der städtischen Einrichtung in Rembrücken entwickelt.

Zweimal je Woche können Kinder aller Kitas in der Schlossstadt ab sofort kostenfrei auf das Coronavirus getestet werden. Dies gilt für die städtischen, konfessionellen und freien Kindereinrichtungen mit Betreuung vom ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt. Das Testen übernehmen Eltern und Erziehungsberechtigte auf freiwilliger Basis mit einem Nasal- oder dem sogenannten Lollitest vor dem Kita-Besuch.

Heusenstamm – Zu verdanken ist diese Teststrategie vor allem dem Elternbeirat der städtischen Kita in Rembrücken. Gemeinsam mit den beiden Ärztinnen Dr. Elisa Hermes und Dr. Uta Buckpesch-Heberer hatte sich an der Einrichtung bereits im August vergangenen Jahres eine Elterninitiative gebildet mit dem Ziel, den Kita-Betrieb in Coronazeiten für Kinder, Familien und Erzieherinnen so sicher wie möglich zu machen. Zurück geht dies auf den Elternbeirat mit Christina Nadler-Wieck und Lisa Dreiner sowie Judith Beheim.

Elterninitiative entwickelt Test-Strategie und organisiert ausreichend Selbsttests

Zunächst ging es vor allem um die bestmögliche Trennung von Kindern und Erziehern in festen Gruppen. Außerdem organisierte man zusammen mit dem Elternbeirat im Herbst 2020 den Kauf von ausreichend Luftfiltern für alle drei Gruppenräume der Einrichtung an der Obertshäuser Straße durch die Eltern.

Als im März mehrere Kinder aus zwei Gruppen der Kita Rembrücken positiv getestet worden waren, mussten zwei der drei Gruppen zwei Wochen geschlossen werden. Kinder und Erzieherinnen standen unter Quarantäne, Geschwisterkinder durften Kindergärten und Schulen nicht besuchen. Da die positiv getesteten Kinder keinerlei Symptome gezeigt hatten und deren Infektion nur durch eigenverantwortliche Tests der Eltern erkannt wurden, entwickelte die Elterninitiative eine Test-Strategie und organisierte über einen Großhändler ausreichend Selbsttests für alle Kita-Kinder. Anfang April wurde die Strategie während eines Elternabends erläutert. Die beiden Ärztinnen beantworteten dabei alle Fragen und konnten Bedenken ausräumen. Zur weiteren Information wurden zudem häufige Fragen und Antworten zusammengestellt. Die Tests konnten über den Elternbeirat gekauft werden.

Strategie für alle Kindereinrichtungen in Heusenstamm übernommen

Seit der zweiten Aprilwoche testen viele Eltern ihre Kinder freiwillig und auf eigene Kosten jeden Montag und Mittwoch vor dem Kita-Besuch zu Hause mit einem Selbsttest. Die Rückmeldungen der Eltern seien sehr positiv, berichtet Judith Beheim.

Mitte April stellte der Elternbeirat das Testkonzept der Stadt Heusenstamm vor in der Erwartung, dass die Stadt den Eltern zwei kostenfreie Selbsttests pro Woche zur Verfügung stellt und diese Strategie auch für andere Kitas übernimmt.

Dieses Angebot hat der Fachdienst sofort aufgegriffen. Mit Hilfe des Landesfördertopfs „Pandemiebedingte Schutzmaßnahmen“ sowie der Unterstützung der Rembrücker Ärztinnen wurde die Strategie für alle Kindereinrichtungen in Heusenstamm übernommen. Nach einem Online-Elternabend Anfang Mai, an dem in der Spitze rund 250 Personen teilgenommen haben, konnte die praktische Umsetzung nun starten. „Mit dieser Teststrategie wollen wir erreichen, dass in Zukunft Gruppen in Kitas nicht geschlossen werden müssen und täglich die Arbeit umdisponiert werden muss“, erläutert Bürgermeister Halil Öztas. Dies werde Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher entlasten. (clb)

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