Theater gehört zur Schule

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Bevor das Märchen anfängt gibt es noch die eine oder andere Erläuterung für die Stifter-Schüler.

Heusenstamm - „Gleich geht’s los“, rufen die Kinder der Adalbert-Stifter-Schule, während sie in der TSV-Halle aufgeregt auf ihren Plätzen hin und her rutschen und mit Händen und Füßen trommeln. Von Peter Petrat

Gemeinsam mit der Theatergruppe „Kinder des Olymp“ sollen sie gleich in verschiedene Rollen des Märchens Aschenputtel schlüpfen und in bunten Kostümen das Stück als Oper spielen.

Die Texte für ihre Rolle haben die Kinder schon vorher fleißig einstudiert und sich im Unterricht auf das Theater vorbereitet. Wirklich geprobt haben sie aber erst in der letzten knappen Stunde vor dem Auftritt. Erst jetzt ergibt sich aus den gelernten Sätzen der Schüler nach und nach ein Gesamtbild. „Mist, jetzt hab ich vergessen, was ich sagen soll; wo muss ich hin?“, murmelt eines der Kinder kurz bevor es losgeht seinem Nachbarn zu.

Gesangseinlagen der Rossini-Oper übernehmen die professionellen Schauspieler

Und dann ist es so weit, die Musik setzt ein und eine vertraut klingende Erzählstimme beginnt mit den ersten Zeilen des bekannten Brüder-Grimm-Märchens: „Einem reichen Manne, dem wurde seine Frau krank, und als sie fühlte, dass ihr Ende herankam, rief sie ihr einziges Töchterlein zu sich ans Bett und sprach: Liebes Kind, bleibe fromm und gut...“.

In zwei Gruppen erlebten die Kinder gestern Vormittag die Geschichte um das arme Aschenputtel, das lange unter seiner Stiefmutter und ihren Schwestern zu leiden hat, bevor es sich für einen Abend in die schönste Frau des königlichen Balles verwandelt. Die Gesangseinlagen der Rossini-Oper übernahmen die beiden professionellen Schauspieler, alle anderen Rollen wurden aber von den Schulkindern besetzt, die inmitten der Zuschauer die bösen Stiefschwestern, den König und den verwunschenen Kürbis verkörperten, der sich in eine prunkvollen Kutsche verwandelt.

„Theater spielen gehört mit in die Schule“

Als Zuschauer waren Kindergartenkinder aus St. Cäcilia vorbeigekommen. Auch für etwas Wissen rund um Märchen und Opern sorgte das Duo aus Wien. So wissen die Kinder nun, dass „crescendo“ der italienische Ausdruck in der Musik ist, wenn etwas immer lauter wird. „Theater spielen gehört mit in die Schule“, sagt Schulleiterin Christiane Knickel, “die Kinder erleben sich einmal selbst im Schauspiel, für das ganz andere Fähigkeiten gefragt sind als sonst.“ Bereits vor zwei Jahren hatte die Schule erfolgreich mit den beiden Wiener Künstlern zusammengearbeitet.

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