Teiche größer als erwartet

THW-Helfer leeren die Schlossweiher

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Mit der großen Pumpe auf dem Anhänger können die Aktiven der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen beim THW Neu-Isenburg 5000 Liter Wasser pro Minute bewegen.

Heusenstamm - Das dunkle Brummen der großen Pumpe ist eher leise. Aber sie tut ihre Arbeit. Die dicken Schläuche, die quer über der Schlossstraße liegen, sind prall gefüllt. Sie führen das schlammige Wasser in Gräben hinter dem Schloss und in die Bieber. Wird „Hannibal“ – so heißt die Hochleistungspumpe, ausgeschaltet, liegen die Schläuche kurz darauf platt am Boden. Von Claudia Bechthold

15 Aktive des Technischen Hilfswerks (THW) tummeln sich an diesem Samstagvormittag rund ums Schloss. Dass sie dies auch noch tief in der Nacht tun würden, ahnt zu dieser Zeit niemand. Es geht um die beiden Schlossweiher. Beide sind schon leicht über ihre Ufer getreten. Hans-Peter Löw, Leiter des Fachdienstes Grünflächen und Umwelt der Stadtverwaltung, zeigt Stellen, an denen das Überlaufen der Schlossweiher gut zu erkennen ist. „Da musste irgendwoher Wasser unkontrolliert reingelaufen sein“, erläutert er. Zumal der linke Weiher ja Anfang November schon komplett leergepumpt worden war.

Man habe gesucht und schließlich ein Leck in einer quer durch den Park laufenden Wasserleitung gefunden. Daraus müsse das Wasser in die beiden Teiche geflossen sein, vermutet Löw. Die Leitung sei inzwischen abgestellt. Um die Weiher wieder leer zu bekommen, habe man das THW angefragt. Die dicken Schläuche auf der Schlossstraße liegen Autos im Weg. Mit ihren 15 Zentimetern Durchmesser sind si einfach zu dick. Der Abschnitt zwischen Neuem Weg und dem Bolzplatz ist komplett gesperrt. Das merken auch die mehr als 50 Gäste einer Geburtstagsfeier, die im Vereinsheim des Obst- und Gartenbauvereins stattfinden soll. Angekündigt hat diese Sperrung aber niemand.

Bis zum späten Nachmittag, frühen Abend sei man fertig, schätzt Armin Jäger, Zugführer der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen beim Isenburger THW. Etwa 1500 Kubikmeter Wasser werde man aus dem linken Weiher herausholen, weitere 1200 Kubikmeter aus dem rechten, in dem noch ein Rest bleiben soll, damit die Fische überleben. Der linke Weiher war im November abgefischt worden. 1500 Liter Wasser schaffen die Kreiselpumpen in der Minute, Hannibal sogar pro Minute 5000 Liter. Die Eisfläche auf den Teichen störe nicht, ist der Zugführer sicher: „Das Eis zerbricht von selbst.“

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Doch die Hoffnung der THWler, den Abend im Warmen zu Hause verbringen zu können, zerschlägt sich. Irgendwann stellt sich heraus, die Fläche der Seen ist jeweils doppelt zu groß wie den Helfern aus Neu-Isenburg angeben – die Menge Wasser, die ausgepumpt werden soll, also auch.

„Wir werden die Nacht über weitermachen müssen“, sagt Jäger am Abend auf Anfrage. Die Helfer aber dürfen nach Hause, sie werden von anderen Kameraden abgelöst, die während der kalten Nacht ausharren müssen. Die meiste Zeit könnten sie sich in den Fahrzeugen aufhalten, müssten nur immer wieder kontrollieren, ob alles läuft, versichert Jäger. Am Sonntagvormittag gegen 11.30 Uhr sind die THWler beim Abbauen. Die beiden Weiher sind weitgehend leer. Bürgermeister Halil Öztas verspricht auf Anfrage, man werde klären, wie das passieren konnte. Die Unannehmlichkeiten für die Geburtstagsgäste seien bedauerlich, „tun mir sehr leid“.

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