Tödlicher Unfall auf S-Bahn-Gleis

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Auf freier Strecke mussten nach den Unfall etwa 60 Fahrgäste mit Unterstützung der Feuerwehr den Zug verlassen.

Heusenstamm - Tödlich verletzt wurde gestern Vormittag eine Frau aus Heusenstamm, nachdem ein S-Bahn-Zug sie erfasst hatte. In Höhe der Autobahnbrücke hatte die 48-Jährige aus unbekannten Gründen die Gleise betreten. Von Claudia Bechthold

Der Lokführer des Zuges der Linie S 2, der in Richtung Dietzenbach unterwegs war, konnte den Unfall trotz sofort eingeleiteter Notbremsung nicht verhindern. Notarzt und Rettungsdienst, um 10.40 Uhr alarmiert, konnten nichts mehr für die Frau tun.

„Der Lokführer tut mir leid.“ Rasch hat sich das Unglück herumgesprochen, Passanten bleiben auf der schmalen Brücke in Höhe des Klärwerks stehen. Das Warnsignal des Lokführers und die Bremsgeräusche hatten viele gehört. Und natürlich wird geredet auf der Brücke. „Weiß man schon was?“

Auch am Verkehr auf der Frankfurter Straße und im alten Ortskern ist schnell zu spüren, dass etwas nicht stimmt. Da die S-Bahn an einer Stelle zum Stehen gekommen ist, an der die Schranken der Bahnübergänge bereits das Signal zum Schließen erhalten, sind diese blockiert. Viele Autofahrer nutzen Schleichwege. „Es mussten Techniker kommen und die Schranken von Hand öffnen“, erläutert Bahnpolizeisprecher Ralf Ströher. Eine Stunde dauert es, dann fließt der Verkehr wieder. Gesperrt ist auch die Bahnstrecke. Zwei S-Bahnen haben Verspätung, neun weitere verkehren nur bis Offenbach-Ost oder zwischen Dietzenbach und Steinberg.

Feuerwehr und Rettungssanitäter kümmern sich um etwa 60 Fahrgäste

Derweil kümmern sich Feuerwehr und Rettungssanitäter um die etwa 60 Fahrgäste im Zug. Vier der Mitreisenden haben den Unfall mitbekommen. Eine Notärztin betreut sie und den Lokführer.

In Höhe des Campus-Geländes ist der Zug zum Stehen gekommen. Mehr als 400 Meter hinter der eigentlichen Unfallstelle. Und rund 300 Meter vor dem Bahnhof. Da es einige Zeit dauern wird, bis der Lokführer abgelöst werden kann, müssen die Fahrgäste aus dem Zug geholte werden.

Zwei Leitern haben die Feuerwehrleute aus Heusenstamm, Rembrücken und Neu-Isenburg schräg an eine Tür gelehnt. Zwei weitere Leitern liegen auf dem mit dornigen Hecken überwachsenen Bahndamm. Einzeln klettern die Reisenden aus dem Zug. Taschen werden ihnen abgenommen, damit die Hände frei sind zum Festhalten. Auch mehrere Fahrräder hieven die Brandschützer nach oben auf die Straße. Empfangen werden die Gestrandeten von Rot-Kreuzlern aus Heusenstamm und Mitarbeitern des Malteser-Hilfsdienstes.

Nach zwei Stunden ist die Strecke wieder frei. Zu dieser Zeit sind Polizeibeamte und ein Notfallseelsorger bei den Angehörigen der Frau.

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