Nachruf

Trauer um „Papa Heinz“: Heusenstammer Heinz Schiedhering im Alter von 88 Jahren verstorben

Rosel und Heinz Schiedhering mit Schwester Angelica vom „Kapuzinerorden von Mutter Rubatto“, der in den eritreischen Städten Enghela und Feledareb tätig ist.
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Rosel und Heinz Schiedhering mit Schwester Angelica vom „Kapuzinerorden von Mutter Rubatto“, der in den eritreischen Städten Enghela und Feledareb tätig ist.

Heinz Schiedhering ist tot. Er starb am Ostersonntag nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 88 Jahren. Sein Leben war seit mehr als 25 Jahren geprägt von der Hilfe für Menschen in Eritrea. Bekannt ist er aber auch vielen Lesern unserer Zeitung als freier Sportberichterstatter.

Heusenstamm – Im Jahr 1966 – zum 60-jährigen Bestehen der Fußball-Abteilung in der TSV Heusenstamm – hat Heinz Schiedhering seinen ersten Artikel als freier Mitarbeiter der Sportredaktion veröffentlicht. Er selbst spielte damals bei den Alten Herren des Vereins Fußball. Berichtet hat er seitdem auch über Handball, Schwimmen, Hockey, Kunstturnen, Volleyball, Judo, Karate, Kegeln, Leichtathletik, Schießen und Tischtennis. Während dieser Zeit entstand auch seine Freundschaft zu Heusenstamms Turner-Star Willi Jaschek.

Heinz Schiedhering war bis zur Pensionierung als „Controller“

Aufgewachsen ist Heinz Schiedhering in Wiesbaden und Weinähr im heutigen Rhein-Lahn-Kreis. Heusenstamm kennengelernt hat er schon in seiner Zeit bei der Bahn-Post, bei der er gelernt hatte. Immer wieder mal war er im damals von der Post genutzten Schloss untergebracht. In einem Zug hat er dann auch seine Frau Rosel, eine Heusenstammerin, kennengelernt, die er im September 1959 heiratete. Zwei Söhne und eine Tochter sowie drei Enkel waren und sind der Stolz des Paares, das vor eineinhalb Jahren diamantene Hochzeit feiern konnte.

Später wechselte der Postbeamte zum Bundesrechnungshof, wo er bis zur Pensionierung als „Controller“ tätig war.

Engagiert war Heinz Schiedhering auf vielen Gebieten. Fast zum Lebensinhalt für ihn aber wurde seit 1994 die Hilfe für Eritrea, gestartet von der Heusenstammer Kolpingfamilie. Er sammelte Spenden, besorgte Gerätschaften und Medikamente und organisierte deren Transport. Ziel der Unterstützung aus der Schlossstadt war stets der in der Stadt Enghela ansässige Orden der „Kapuzinerschwestern von Mutter Rubatto“.

Heinz Schiedhering wurde „Papa Heinz“ genannt

Immer wieder ist Heinz Schiedhering selbst in das ostafrikanische Land gereist. Um zu sehen, was aus den Spenden geworden ist, vor allem aber, um zu erkunden, was gebraucht würde.

Krankenhäuser, Schulen und ein Ausbildungszentrum des Ordens für junge Frauen konnten und können immer wieder durch die Heusenstammer Hilfe ausgestattet und unterstützt werden. Nähmaschinen, Stoffe, Bettwäsche, Handtücher, medizinisches Material, Küchenbedarf, Krankenhausbetten, Matratzen, Rollstühle, Krankentragen, Kleidung, Schuhe, Wolldecken, Spiel- und Schulsachen: Die Liste der Güter, die Heinz Schiedhering in weit mehr als 25 Jahren nach Eritrea verschiffen ließ, ist lang – und seine Verbindung zu den Kapuzinerschwestern eng. „Father Hennes“ oder „Papa Heinz“ haben sie ihn in Enghela und Feledareb genannt. Und stets war ihm eines dabei wichtig: „Wir wollen den Menschen Anreiz geben, im Land zu bleiben.“

Gern gereist ist Heinz Schiedhering auch ins Ahrntal in Südtirol. „Das war seine zweite Liebe“, sagt seine Tochter Jutta. (Claudia Bechthold)

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