Einstimmung auf die Bescherung

Ralf Zenker, Thorsten Grutzek, Mathias Jäger und Stefan Keller (von links) gestalteten an Heiligabend das Turmblasen.
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Ralf Zenker, Thorsten Grutzek, Mathias Jäger (von links) und Stefan Keller (nicht auf dem Bild) gestalteten an Heiligabend das Turmblasen.

Heusenstamm - Längst sind es nicht mehr allein die Besucher des Weihnachtsgottesdienstes der freien evangelischen Gemeinde gegenüber. Viele von ihnen verharrten in den ersten Jahren angenehm berührt von den weihnachtlichen Melodien aus luftigen Höhen vor dem Zentrum am Weiskircher Weg.

Mittlerweile kommen viele Menschen eigens an die Kreuzung mit der Rudolf-Braas-Straße, um sich vom Turmblasen auf Heiligabend und die Bescherung einzustimmen zu lassen. Doch so viele wie in diesem Jahr hat Günter Duwensee noch nicht gezählt. Zuhörer und Anhänger des schönen Brauchs säumten nicht nur den Bürgersteig an dem Wohn- und Geschäftsgebäude, die Straße vorm Haus und die gesamte Kreuzung war von Besuchern gefüllt. Einige Nachbarn hatten Stehtische, Glühwein und heißen Tee in Thermoskannen mitgebracht und schufen eine gesellige Atmosphäre.

Etwa 300 Leute zählte Günter Duwensee vom Balkon der Penthouse-Wohnung, die er vor ein paar Jahren seinem Sohn Georg überlassen hat. Das milde und trockene Wetter des 24. Dezember lockte wohl noch mehr Schlossstädter an als in der Vergangenheit. Der inzwischen verstorbene Gerhard Duwensee war es, der den Brauch aus seiner ostpreußischen Heimat vor 29 Jahren mitbrachte. Von St. Cäcilia erklangen keine Posaunenklänge, hatte er zu seinem ersten Weihnachtsfest in Hessen bemerkt. Also lud er sich Musiker in sein Appartement in der fünften Etage ein. Seit der ersten Stunde dabei ist Ralf Zenker. Der Trompeter brachte stets drei Kameraden aus den Reihen der Stadtkapelle mit in den Weiskircher Weg, am Montag spielten Thorsten Grutzek, Mathias Jäger und Stefan Keller mit ihm an der Brüstung. Sie stimmten bekannte Melodien an, vom Gloria über O, du fröhliche bis zu „Stille Nacht, heilige Nacht“, das unten auf der Straße wie oben auf der Terrasse viele Anwesende mitsangen.

Georg Duwensee, der Enkel des Gründers, hatte sich zuvor per Mikrofon und Lautsprecher beim Auditorium zu seinen Füßen verabschiedet und ein frohes Fest gewünscht. Bei den Musikern bedankte er sich mit süßen Präsenten. Die Familie weiß das Engagement der Bläser zu schätzen, „schließlich hat an Heiligabend jeder seine private Verpflichtung“. Dennoch verweilt das Quartett mit den Duwensees noch in gemütlicher Runde.

M.

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