Keine Spur vom Täter

Überfall auf Inkassobüro

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Rätselhafte Tat im Industriegebiet: Ein Bewaffneter fesselt zwei Mitarbeiter und verschwindet dann fast spurlos.

Heusenstamm - Die Feuerwehr leuchtete die ganze Nacht den Tatort aus. Das verschaffte den Spurensicherern Überblick und scharfe Kontraste, ließ aus kriminalistischer Sicht aber noch entscheidende Schatten zurück. Von Marcus Reinsch

Sprich: Die genauen Hintergründe des Überfalls, bei dem am späten Dienstag in Heusenstamm eine Schusswaffe, Fesseln und ein Sondereinsatzkommando der Polizei zum Einsatz kamen, liegen noch fast vollständig im Dunklen.

Bei der „Firma im östlichen Industriegebiet“, von der die Polizei berichtet, handelt es sich um ein Inkassounternehmen in der Straße Im Seligenstädter Grund. Das macht in Heusenstamm gestern schnell die Runde - Tagesgespräch. Für eine der Angestellten der mit allerlei Dienstleistungen rund ums Schuldenkassieren werbenden Firma nimmt der Vorabend eine schreckliche Wendung. Bisher klar: Gegen 18 Uhr betritt ein Mann das Gebäude, bedroht die 49-Jährige mit seiner Waffe, fesselt sie, sperrt sie in ein Büro. Ebenso ergeht es dem Wachmann eines Sicherheitsdienstes, der den Täter etwas später beim Durchsuchen der Räume überrascht. Bedrohen, fesseln, einsperren. Internetmedien werden schnell von einer Geiselnahme berichten, doch dieses Szenario geben die wenigen Fakten nicht mal annähernd her.

Als die Spezialkräfte der Polizei und auch gleich Diensthunde mit feiner Nase für Kriminelle eintreffen, ist von dem Räuber nichts mehr zu sehen. Aber das Gebäude ist groß; während die Gefangenen unverletzt befreit werden, läuft die Durchsuchung. Am Ende: Fehlanzeige; kein Mensch mehr in den Räumen, der dort nichts zu suchen hat. Es bleibt auch erstmal unklar, ob der Mann das große Geld bei den Geldeintreibern suchte oder etwas anderes. Aber spurlos ist der Überfall nicht über die Bühne gegangen. Die Spurensicherung ist bis zum Morgen vor Ort, stellt Kleidungsstücke sicher, die vermutlich vom Täter stammen. Untersuchungen werden folgen.

Und vielleicht ja auch Hinweise aus der Bevölkerung. Das hofft die Polizei (069/8098-1234) sehr. Helfen bei der Fahndung nach dem Mann könnte eine erste Personenbeschreibung. Er soll sich um einen 25 bis 30 Jahre alten, zwischen 1,70 und 1,85 Meter großen und sehr schmalen Südländer handeln. Er sprach mit Akzent, dem Klang nach mit einem französischen. Beim Überfall trug er einen dunklen langen Mantel, eine schwarze Hose und einem schwarzen Hut.

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