Verlag bald bezugsfertig

Umbau der Bürogebäude zu Asylunterkünften hat sich verzögert

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Eines der drei Gebäude des Keppler-Verlages, das derzeit zu Unterkünften umgebaut wird.

Heusenstamm - Knapp 120 Asylsuchende leben mittlerweile in Heusenstamm. Ein großer Teil dieser Mensch wohnt in einer Unterkunft des Kreises Offenbach an der Industriestraße, weitere sind im ersten Stock des Kultur- und Sportzentrums Martinsee untergebracht. Von Claudia Bechthold 

Und von der nächsten Woche an werden weitere Asylbewerber in den Kreis Offenbach kommen. 1623 bis zum Ende des ersten Quartals. An der Industriestraße, in Martinsee, in verschiedenen Wohnungen und nun auch im Hotel sind die Menschen untergebracht, die aus Ländern wie Afghanistan, Eritrea, Pakistan oder Syrien nach Heusenstamm gekommen sind. Betreut werden sie einerseits von einer Sozialarbeiterin des Kreises. Andererseits hat sich in der Schlossstadt mittlerweile ein Netzwerk aus Menschen gebildet, das den Flüchtlingen Hilfen anbieten kann. Kinderbetreuung, Unterstützung im Umgang mit Behörden, Begleitung bei Arztbesuchen, Hilfe beim Deutschlernen und vieles mehr: Darum kümmern sich in Heusenstamm ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger. Nun sollen, so hat es der Kreis Offenbach in dieser Woche mitgeteilt, bis zum Ende des Quartals 1623 weitere Flüchlinge allein in den Kreis Offenbach kommen. Das sind jede Woche etwa 150 Menschen, die in den dreizehn Kommunen untergebracht werden müssen. Und etwa 50 Prozent mehr, als bislang erwartet.

„In Heusenstamm haben wir im Moment keine Kapazitäten mehr“, bestätigt Halil Öztas, der sein Amt als neuer Bürgermeister erst vor wenigen Tagen angetreten hat. Erstmals mussten daher nun Hotelzimmer angemietet werden. Wann dann zum Beispiel Martinsee wieder frei wird, ist völlig offen. Regelmäßig tagt bei der Stadt der für die Asylbewerber zuständige Arbeitskreis.

Ihre ganzen Hoffnungen legen sowohl Halil Öztas und Carsten Müller, Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent, nun in zwei Heusenstammer Immobilien: Die Gebäude des Keppler-Verlages an der Industriestraße sowie ein leerstehendes Bürogebäude an der Borsigstraße. Platz für insgesamt 217 Menschen werde dort entstehen, sagt Carsten Müller. Allerdings dauert dies länger als zunächst geplant. Als Altbürgermeister Peter Jakoby den Umbau dieser Gebäude im Frühherbst ankündigte, war die Rede von Anfang Dezember – zumindest für das erste der drei Häuser auf dem Keppler-gelände. Doch vor allem die Umnutzungsgenehmigung gestaltete sich langwieriger als geplant.

Hunderte Schüler demonstrieren für Flüchtlingsrechte: Bilder

Anfang Februar, so hofft Carsten Müller, könne man das erste der drei Keppler-Gebäude dann beziehen. In der Borsigstraße dann vielleicht Ende Februar, Anfang März, denn dort muss noch umgebaut werden. Festlegen will sich Carsten Müller nicht, denn gerade in diesem Zusammenhang ändere sich die Situation ohnehin ständig. Sicher ist dagegen, mit 217 weiteren Asylbewerbern in der Stadt benötigt man auch weitere ehrenamtliche Helfer. Denn dies können die bisherigen Teams aller Voraussicht nach nicht allein stemmen. Ebenso muss vermutlich die Zahl der Deutsch-Kurse angehoben werden.

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