Neues Areal auf dem Friedhof gestaltet

Urnengräber unter Bäumen

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Geschwungene Wege und viel Rasen kennzeichnen das neue Urnengräberfeld auf dem Heusenstammer Friedhof.

Heusenstamm - Immer mehr Menschen wünschen eine Urnenbestattung. Nach dem Bau von insgesamt 40 Stelen mit Fächern für diese Behältnisse ist nun auf dem Heusenstammer Friedhof ein neues Gräberfeld für Urnen entstanden. Von Claudia Bechthold 

„Das ist wunderschön geworden“, betont Bürgermeister Halil Öztas zur Einweihung bei strahlendem Sonnenschein. Magistratsvertreter, Stadtverordnete, Mitarbeiter der Verwaltung und Vertreter der Kirchen sind an diesem Nachmittag auf den Friedhof an der Frankfurter Straße gekommen. Sie weihen ein neues Gräberfeld ein, in dem insgesamt 400 Urnen bestattet werden können.
Im April vergangenen Jahres hatte der Magistrat beschlossen, eine Freifläche für sogenannte Urnenrasengräber zu nutzen. Im Juni hatten die Stadtverordneten dieser Planung zugestimmt. Rund 65.000 Euro seien im Haushalt dafür bereitgestellt. Derzeit liege man sogar noch etwas unter diesem Betrag, versichert Öztas.

Mit dem Bau der parkähnlichen Anlage wurde im November begonnen. Ungünstige Witterung habe die Arbeiten dann allerdings verzögert, erläutert der Verwaltungschef.

Es gebe viele Unterschiede, wie Menschen bestattet werden wollten, sagt Pfarrer Martin Weber. Wichtig sei, dass es stets mit Würde und Respekt verbunden sei. Teil dieser Würde sei für ihn, dass der Name des Verstorbenen nicht untergehe. Anschließend verliest Karl Rathgeber vom Kirchenvorstand der Evangelischen Gemeinde in Vertretung des verhinderten Pfarrers Texte aus der Bibel, die, wie es Weber betont, daran erinnern, dass der Friedhof nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch der Hoffnung sei. Darunter auch: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ aus Jesaja 43. Im Anschluss segnet Pfarrer Weber das neue Gräberfeld.

Etwa 2700 Quadratmeter ist das neu gestaltete Areal groß, das in direkter Nähe zum Ausgang des Friedhofs zur Straße Am Goldberg liegt. Es wirkt wie ein kleiner Landschaftspark, eine Art Friedhain. Freilich sind die Bäume noch nicht sehr groß, auch die Pflanzen noch nicht allzu üppig gewachsen.

Die Wege sind geschwungen, bilden das Grundgerüst des Erweiterungsgebiets. Entstanden sind ein Rundweg und ein querverlaufender Verbindungsweg. Die Hauptwege sind zwei Meter breit, die Nebenwege mit 1,50 Meter etwas schmaler.

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Alle Urnengräber sind von Rasen überdeckt. Sie werden mit einer Platte versehen, die den Namen und die Daten der Verstorbenen tragen. Diese Platten liegen bündig auf dem Gelände, sodass die Rasenpflege mit einem Mäher ohne Schwierigkeiten stattfinden kann. Ähnlich wie bei den Urnenstelen ist Grabschmuck nur unmittelbar nach der Bestattung zugelassen.

Außerdem sind fünf Bäume im Kreis angepflanzt worden. Je Baum können 30 Urnen bestattet werden. Steinerne Stelen neben den Bäumen werden dann die Namen jener Menschen tragen, die dort beerdigt wurden.

Bei der Bepflanzung des Areals sind nach den Angaben von Axel Jahn vom städtischen Grünflächenamt 16 verschiedene Baumarten genutzt worden. Darunter sei etwa der Tulpenbaum mit ungewöhnlicher Blattform, aber auch seltene Arten wie Streifenahorn, Weiße Maulbeere oder Himalayabirke. Die Arten sind mit kleinen Schildern versehen.

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