Pläne erneut geändert

Verwaltungsrat St. Cäcilia stellt Pfarrheim-Neubau vor

Heusenstamm - Acht Jahre ist es mittlerweile her, dass die Probleme mit dem Pfarrheim St. Cäcilia erstmals öffentlich kommuniziert wurden. Seither ist viel geschehen. Der Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde plant einen Neubau. Doch das stößt nicht nur auf Zustimmung. Von Claudia Bechthold 

Es ist eine große Ausnahme, wenn Zuschauern einer Ausschusssitzung gestattet wird, zu einem der Tagesordnungspunkte Fragen zu stellen. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses im Schlossrathaus war das der Fall. Einstimmig haben die Mitglieder des Gremiums diesem Vorschlag des Vorsitzenden Willi Seidewitz zugestimmt. Dabei ging es nicht um eine Entscheidung, die zu fällen gewesen wäre, sondern „nur“ um einen Sachstandsbericht. Der Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde St. Cäcilia wollte auf eigene Initiative über den Stand der Dinge in Sachen Abriss und Neubau eines Pfarrheims informieren.

Seit der Offenlegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das Projekt im April 2015 habe man die Planung für das Neubauprojekt unter Einbeziehung aller Behörden angepasst, berichtete Matthias Hemberger, selbst Architekt, im Namen des Verwaltungsrats. Das Vorhaben sei weiter optimiert und konkretisiert worden. Zudem habe man sich mit der Baulogistik und der Finanzierung befasst sowie mit der Stadt über den sogenannten Durchführungsvertrag verhandelt, in dem die Rechte und Pflichten des Bauträgers festgehalten werden.

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Nach der öffentlichen Aufregung über die Überlegung, die historische Mauer des Kirchhofs der barocken Kirche St. Cäcilia für die Bauzeit „niederzulegen“ (wir berichteten), wie es Architekt Marcus Schmitt bezeichnet, referierte dieser zunächst über das Thema Baustellenzufahrt zum Gelände nördlich der Kirche. Man habe verschiedene Varianten geprüft, sagte Schmitt. Die Zufahrt über die Eckgasse sei zu schmal. Für die Zufahrt über die Schlossstraße werde man wohl keine Genehmigung der privaten Eigner erhalten. So bleibe nur noch die Zufahrt über den Kirchplatz.

Selbstverständlich werde man prüfen, ob die Andienung einer Baustelle auf dem hinten liegenden Grundstück mit kleineren Fahrzeugen möglich sei. Um aber einen „Plan B“ zu haben, habe man die Denkmalpflege gefragt, ob man die geschützte Mauer für die Zeit der Bauarbeiten auf 15 Meter Länge niederlegen und wieder aufbauen dürfe. Dem habe das Landesdenkmalamt zugestimmt.

Geplant sei, dann das Pflaster auf dem Kirchplatz mit einem Asphalt oder Stahlplatten zu schützen. Die Platanen auf dem Platz – die Durchfahrt soll zwischen dem dritten und dem vierten Baum erfolgen – werde man „einhausen“. Zudem sollen lärmintensive Arbeiten nicht samstags erledigt werden. Auch werde man ein Beweissicherungsverfahren einleiten, um später mögliche Schäden an umliegenden Gebäuden feststellen zu können.

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Am eigentlichen Entwurf wurden inzwischen etliche Veränderungen vorgenommen. Zwar sind weiterhin zwei Wohngebäude und ein würfelförmiges Gebäude als Pfarrheim geplant, doch habe man, wie Schmitt betonte, das Aussehen der geltenden Gestaltungssatzung angeglichen. So werden die beiden Wohnhäuser an der nördlichen und an der westlichen Grundstücksgrenze nicht mehr so steile Dächer haben. Daher könne man die Dachgeschosse ausbauen. Damit sollen nun insgesamt neun Wohnungen auf dem Gelände entstehen. Von anfangs 15 Appartements im ersten Entwurf waren in der zweiten Phase sieben geblieben.

Das neue Pfarrheim in Form eines Kubus werde man zudem verputzen, um sich optisch mehr den umliegenden Gebäuden anzunähern. Die außen liegende Fluchttreppe soll an der Nordseite des zweigeschossigen Pfarrheims liegen. Gestrichen wurde ein hohes Oberlicht, damit werde der Bau 10,5 Meter hoch. Die Wohnhäuser seien von 14,40 Meter auf 12,80 Meter reduziert. Zum Vergleich: Das jetzige Pfarrheim ist elf Meter hoch. Ebenfalls weggefallen sind die Keller. Erschlossen werde das Grundstück über die Schlossstraße und Eckgasse.

Die Fragen der Ausschussmitglieder und Zuschauer drehten sich um die geltende Gestaltungssatzung (laut Schmitt findet diese auf den Pfarrheim-Kubus keine Anwendung), um die Kosten (etwa fünf bis sechs Millionen Euro), um das weitere baurechtliche Verfahren, die Kosten zur Sanierung des alten bestehenden Pfarrheims (Stand 2009: mehr als eine Million Euro plus hohe Unterhaltungskosten) und weitere Einzelheiten.

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Häsler

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