Viele Briefe fürs Horst-Schmidt-Haus

Förderverein und Mitarbeiter überwältigt von Reaktion der Heusenstammer

Kinder von der Adalbert-Stifter-Schule haben Karten und kleine Geschenke für die Horst-Schmidt-Haus-Bewohner gebastelt und gemeinsam mit Lehrerin Birgit Deufel-Knapp an Lisa Gute (rechts) übergeben.
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Kinder von der Adalbert-Stifter-Schule haben Karten und kleine Geschenke für die Horst-Schmidt-Haus-Bewohner gebastelt und gemeinsam mit Lehrerin Birgit Deufel-Knapp an Lisa Gute (rechts) übergeben.

Die Heusenstammer haben die 131 Bewohner des Horst-Schmidt-Hauses nicht vergessen. „Wir sind überwältigt von dieser großen Resonanz“, sagt Marcus Hundsdörfer, Leiter des Seniorenzentrums an der Herderstraße.

Heusenstamm – Weit mehr als 700 Briefe, allesamt handgeschrieben, haben das Haus inzwischen erreicht. Damit sind viele Menschen in der Schlossstadt dem Aufruf gefolgt, den der Förderverein Lebensbilder vor wenigen Wochen gestartet hatte. Wie berichtet, hatte der Verein, der sich vor allem jener Bewohner der Einrichtung annimmt, die an Demenz erkrankt sind, um kleine Zeichen gebeten, um zu zeigen, dass die Menschen dort nicht vergessen sind. Wegen der Corona-Pandemie hatten die Bewohner in diesem Jahr fast keine Kontakte nach außen. Viele Unternehmungen, die in normalen Jahren fest im Terminkalender stehen, mussten abgesagt werden. Zeitweise waren auch keine Besuche erlaubt. Und auch Veranstaltungen im Haus waren nicht möglich. Dabei sei der Kontakt nach außen für die Menschen im Horst-Schmidt-Haus so wichtig, hatte Vorstandsmitglied Thomas Hegen dazu gesagt. Deshalb hatten sich die Mitglieder des Fördervereins jenen Aufruf überlegt.

„Wir mussten ein Büro fast leer räumen, um alles unterzubringen und zu sortieren“

Zu den Absendern der Briefe zählen auch Kinder und Jugendliche von der Adalbert-Stifter-, der Otto-Hahn- und der Adolf-Reichwein-Schule. Aber auch die Kunden des Schreibwarengeschäfts Döbert haben sich mit einem Körbchen voller weihnachtlicher Grußkarten beteiligt.

Selbstgebastelte Weihnachtsgrüße hat die Katholische Jugend Heusenstamm im Seniorenzentrum abgegeben. Die CDU hat Mandarinen und andere Adventsleckereien vorbeigebracht. Von der SPD gab es Weihnachtssterne. Und auch die Freien Wähler haben sich mit Kärtchen für die Bewohner und einer Kleinigkeit für die Mitarbeiter beteiligt. Schließlich haben Ehrenamtler rund 130 Tütchen mit Rumkugeln für die Bewohner vorbereitet.

„Wir mussten ein Büro fast leer räumen, um alles unterzubringen und zu sortieren“, berichtet Marcus Hundsdörfer. Einige der Briefe sind schon verteilt, andere folgen in diesen Tagen. „Manchen Bewohnern werden die Karten auch vorgelesen“, erläutert der Zentrumsleiter.

Verantwortliche warten noch auf Vorgaben des Gesundheitsamtes für die Feiertage

Über Weihnachten wird es ruhig werden an der Herderstraße. Derzeit warten die Verantwortlichen noch auf die Vorgaben des Gesundheitsamtes für die Feiertage. Fest steht indes aber, dass Besuche nur zu festgelegten Zeiten möglich sein werden. Und zu den Angehörigen nach Hause dürfen die Bewohner auch nicht. „Zum Glück haben wir jetzt die Schnelltests, sodass wir alle, die sich hier bewegen, testen können“, ergänzt Marcus Hundsdörfer. „Wir werden aber alles tun, den Menschen im Haus das Weihnachtsfest so schön wie möglich zu gestalten“, versichert er.

Elternbeiräte der Adalbert-Stifter-Schule berichten zudem, sie hatten die Idee, in der vorweihnachtlichen Zeit etwas Besonderes zu tun. Deshalb seien sie dem Aufruf des Fördervereins gefolgt. Da auch in der Schule viele Veranstaltungen nicht stattfinden konnten, habe man den Menschen im Horst-Schmidt-Haus eine Freude bereiten wollen. Die Einsamkeit in diesen Einrichtungen habe man im Unterricht thematisiert und die Anteilnahme der Kinder sei groß gewesen. Die Klassen 2a und 2c haben mit ihren Patenklassen 4a und 4b Weihnachtskarten und kleine Geschenke gebastelt und diese der Leiterin des Sozialdienstes dort, Lisa Gute, übergeben. (Claudia Bechthold)

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