Bauausschuss

Viele Hindernisse für Radler: Heusenstammer Roland Heidl dokumentiert die Problem-Stellen

Wer mit dem Rad von Heusenstamm nach Obertshausen will, trifft am Übergang von der Straße Am Goldberg zum Ginsterweg auf eine Treppe – unnötig meint Roland Heidl.
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Wer mit dem Rad von Heusenstamm nach Obertshausen will, trifft am Übergang von der Straße Am Goldberg zum Ginsterweg auf eine Treppe – unnötig meint Roland Heidl.

Eine riesige Arbeit haben sich Roland Heidl und Martin Luprich gemacht. Seit dem Frühjahr ist Roland Heidl unterwegs, um die Fahrrad-Verbindungen in und um Heusenstamm zu testen. Er hat zwar auch ein Auto, aber das nutzt er nur sehr selten.

Heusenstamm – 48 Seiten lang ist die Dokumentation, die Roland Heidl zusammengestellt hat. Am Mittwochabend hat er diese den Mitgliedern des Bau- und Verkehrsausschusses überreicht. Mit vielen Fotos und Kartenausschnitten zeigt der Pensionär, an welchen Stellen in Heusenstamm es gute Lösungen für Radler gibt, und wo den Zweiradfahrern das Leben eher schwer gemacht wird. Diese zweite Liste ist natürlich ziemlich lang.

Etwa 8000 Kilometer legt Roland Heidl im Sattel zurück – jedes Jahr. Solange der ehemalige Wertpapier-Produktmanager einer großen Bank noch im Berufsleben war, hat er den Weg zum Büro in Frankfurt mit dem Rad zurückgelegt: „Auch bei Schnee und minus 12 Grad Celsius – da habe ich mich durchgebissen“, berichtet er. Und auch seine Frau Regina, die in Offenbach arbeitet, nutzt für diesen Weg das Rad. Dazu kommen ausgedehnte Urlaubsreisen mit diesem Verkehrsmittel. So sind die beiden zum Beispiel in zwölf Tagen von Heusenstamm nach Bratislava geradelt – 1100 Kilometer.

Irgendwann kam Roland Heidl der Gedanke, die Problemstellen für Radler zu dokumentieren. Vor allem, weil fast alle Parteien im Kommunalwahlkampf die Wichtigkeit guter Radwege-Verbindungen in den Vordergrund gestellt hatten.

Es geht um Bordsteine, die zum Beispiel das Abbiegen erschweren oder gar gefährlich machen, aber auch um Verbindungen, die unterbrochen werden. Und es geht um Beläge, die das Radeln erschweren, oder um Kreuzungen, die gefährlich für Nicht-Autofahrer sein können. Als Roland Heidl seine Liste, die er sehr anschaulich mit Fotos erläutert, fertig hatte, hat er zunächst in seinem Freundeskreis nach Ergänzungen gefragt. Martin Luprich war einer, der nicht nur etliche eigene Beiträge leisten konnte, sondern ihn auch beim Erstellen der Broschüre geholfen hat. Unterstützung hatte er zudem von Stefan Jahnke vom ADFC Rodgau.

„Es gibt sehr viel Gutes für die Radler in Heusenstamm“, betont Roland Heidl ausdrücklich. Und es gebe auch viele sogenannte „Quick-Wins“, also Stellen, an denen ein Hindernis schnell, einfach und kostengünstig behoben werden könne.

Gestern war der Heusenstammer zudem beim Ersten Stadtrat Uwe Michael Hajdu. Den Termin hatte er mit Blick auf die Ausschusssitzung am Mittwoch schon vereinbart. Hajdu habe zugesagt, die Dokumentation an die entsprechenden Stellen weiterzugeben. Man müsse dann sehen, was möglicherweise schnell „geheilt“ werden könne. Aber er habe auch darauf hingewiesen, dass es seine Zeit dauern werde, bis alles abgearbeitet werden kann. Roland Heidl will mit den Fraktionen und der Stadt in einen „konstruktiven Dialog“ zum Thema treten – und dranbleiben. Wer an der Dokumentation interessiert ist, kann diese per Mail an rolandheidl@online.de anfordern. (Von Claudia Bechthold)

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