Viele Wünsche auf der Liste

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Konrektorin Doris Huber informierte den SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Lang und den Kreisbeigeordneten Carsten Müller (von links).

Heusenstamm ‐ Eigentlich sollte die Haupt- und Realschule mit Förderstufe an der Leibnizstraße längst auf dem Weg zur offenen Ganztagsschule sein. Zumindest, wenn es nach den Wünschen der Schulleitung gegangen wäre. Doch über den entsprechenden Antrag der Adolf-Reichwein-Schule sei bislang nicht entschieden worden. Von Claudia Bechthold

„Dafür ist das gegenüberliegende Adolf-Reichwein-Gymnasium zur Ganztagsschule gemacht worden“, sagt Konrektorin Doris Huber. Auf Wunsch der Heusenstammer SPD hatten deren Fraktion und Parteivorstand sowie der Kreisbeigeordnete Carsten Müller als prominentestes Mitglied die Schule zu einem Informationsgespräch besucht.

Gerade an der Haupt- und Realschule sei eine Nachmittagsbetreuung besonders wichtig, betont Huber. Zwar mache die Schule einige Nachmittagsangebote, doch müsse sie alles selbst finanzieren beziehungsweise die Eltern um finanzielle Beiträge bitten. Das habe zur Folge, dass sich Schlechterverdienende solche Angebote für ihre Kinder nicht leisten könnten. Huber: „Die Kinder treiben sich herum, können in einigen Fällen auch nicht am Mittagessen teilnehmen.“

Auch eigentlich dringend notwendige zusätzliche Förderkurse für Schüler könne die Adolf-Reichwein-Schule nicht immer anbieten, da die Lehrerzuweisung durch das Land gekürzt worden sei, berichtete Schulleiter Matthias Lippert weiter. Stark frequentiert sei das Mittagessen-Angebot der Schule, das Teil der Unterrichts sei. „Schüler lernen kochen und bereiten dabei nicht nur eine Mahlzeit für sich selbst, sondern auch für andere Schüler zu“, erläuterte er. Bis zu 75 Schülerinnen und Schüler nutzten dieses Angebot.

„Immer mehr Eltern wollen, dass ihre Kinder ein Gymnasium besuchen“

Die Schulküche sei gerade vom Kreis Offenbach renoviert worden und könne bald wieder genutzt werden, berichtete Huber. Allerdings könne man nun auch neue Töpfe und Pfannen gebrauchen. Dem Konjunkturprogramm habe man zudem die Sanierung der vier Pavillons auf dem Schulgelände zu verdanken, ergänzte Lippert.

Weniger Schüler registriert die Adolf-Reichwein-Schule in der Förderstufe. „Immer mehr Eltern wollen, dass ihre Kinder ein Gymnasium besuchen“, sagt Doris Huber. Während im Durchschnitt etwa ein Drittel der Kinder von der Grundschule auf ein Gymnasium wechsele, seien dies in Heusenstamm etwa 75 Prozent der Viertklässler. „Viele kommen dann später wieder zurück“, beklagt die Konrektorin. Von der neunten Klasse an, so Lippert, sei die Reichwein-Schule aus diesem Grund drei- statt zweizügig. Dabei biete auch die Realschule beste Zukunftschancen. Matthias Lippert: „Nach der zehnten Klasse wechseln viele unserer Schüler auf eine Oberstufe, und fast die Hälfte unserer Realschüler macht Abitur oder Fachabitur.“

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