Wachsende Zahl der Kinder

Vierte Grundschule notwendig

Heusenstamm - Überall diskutiert wird derzeit der Schulentwicklungsplan des Kreises. Für Heusenstamm wird vor allem eine vierte Grundschule benötigt, heißt es in diesem Konzept. Der Magistrat der Stadt hat dazu jetzt Stellung bezogen. Von Claudia Bechthold 

Die wachsende Zahl der Schüler mache den Bau einer weiteren Grundschule in der Schlossstadt notwendig, heißt es im kürzlich vom Kreis Offenbach als Träger vorgelegten Schulentwicklungsplan. Zur räumlichen Situation der weiterführenden Schulen stellt der Plan außerdem fest, an der Adolf-Reichwein-Schule, Haupt- und Realschule mit Förderstufe, könne von Mitte der 2020er Jahre an in der Förderstufe die Zahl der Schüler die Raumkapazitäten überschreiten: „Dann sind Schülerlenkungsmaßnahmen zu ergreifen.“

Für das Gymnasium gelte, dass dort alle Raumreserven mobilisiert seien, um sechszügig (sechs Klassen je Jahrgang) zu arbeiten. Für Jugendliche aus Heusenstamm und Rödermark seien die Kapazitäten ausreichend. Es müssten jedoch künftig mehr Schüler aus anderen Kommunen abgewiesen werden.

Zu diesem Plan hat sich nun der Magistrat der Stadt geäußert. Der Bau einer weiteren Grundschule im westlichen Teil der Stadt sei unumgänglich und müsse „priorisiert“ errichtet werden, heißt es im von Bürgermeister Halil Öztas unterschriebenen Brief an den Kreis. Aber auch bei den weiterführenden Schulen sehe der Magistrat mittelfristig durchaus Handlungsbedarf.

Stellung bezieht der Magistrat vor allem zu den Zahlen, auf die sich der Schulentwicklungsplan stützt. So werde – gestützt auf die Daten des Statistischen Landesamtes sowie des Regionalverbandes Frankfurt – vorhergesagt, dass Heusenstamm im Jahr 2030 auf 19.100 Einwohner gewachsen sein werde. „Diese Zahl ist bereits jetzt übertroffen“, schreibt der Magistrat, derzeit sind nach diesen Angaben in der Schlossstadt 19.883 Menschen gemeldet, davon 593 mit Nebenwohnsitz.

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Ebenso verweist Heusenstamms Verwaltung darauf, dass die Entwicklung weiterer Baugebiete voraussichtlich früher umgesetzt werde, als vom Kreis im Schulentwicklungsplan angenommen. Jene Areale der ehemaligen Brückenbaumeisterei an der Industriestraße und des ehemaligen Fernmeldezeugamts an der Philipp-Reis-Straße, für deren Bebauung Machbarkeitsstudien erstellt wurden, könnten in den kommenden drei bis fünf Jahren verwirklicht werden. Es sei also mit weiter steigenden Schülerzahlen zu rechnen, was dem Kreis auch bekannt sei.

An der Otto-Hahn-Schule, die derzeit in Modulbauweise erweitert wird, sei schon jetzt absehbar, dass deren räumliche Möglichkeiten erschöpft sind. Zudem steige dort, wie auch am Standort Adalbert-Stifter-Schule, der Bedarf an Betreuungsplätzen für den Nachmittag.

Frühlingshafte Bilder aus Heusenstamm

Daher müsse eine neue Grundschule für mindestens 85 Prozent der Schüler auch Raum für eine Betreuung am Nachmittag vorsehen. An der Stifter-Schule erwartet der Magistrat „erhebliche Probleme“ mit der Nachmittagsbetreuung, wenn die Bundesregierung wie angekündigt die Ganztagsschule einführe. Daher habe man in Heusenstamm neue Ideen entwickelt, um Abhilfe zu schaffen: „Dies betrifft insbesondere die Nutzung des Pfarrheimgeländes St. Cäcilia“ in der Altstadt.

Auch an den weiterführenden Schulen werde der Platzbedarf steigen, schreibt der Magistrat schließlich. Mittelfristig müsse man daher auch daran denken, diese beiden Schulstandorte mit ausreichenden Flächen zu versehen.

Über den Schulentwicklungsplan soll der Kreistag im Juni entscheiden.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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