Kreis Offenbach vergibt Planungsauftrag an Darmstädter Architekten

Vierte Grundschule wird gebaut

Auf dem Dreieck zwischen den Hochhäusern am Frankfurter Weg, der Polizeistation und der Offenbacher Straße soll die vierte Grundschule für etwa 200 Kinder gebaut werden. Foto: Häsler (B)

Heusenstamm – Die vierte Grundschule für die Schlossstadt wird gebaut. Wie der Kreis Offenbach als Schulträger mitteilt, ist die Vergabe der Architektenleistung für die Planung des Neubaus jetzt beschlossen worden.

Der Auftrag geht demnach an das Darmstädter Architekturbüro Dierks, Blume und Nasedy.

Wie mehrfach berichtet, wird der Schulbau wegen der „rasant steigenden Schülerzahlen“ vor allem in den Heusenstammer Wohngebieten notwendig. Landrat Oliver Quilling erläutert: „Obwohl die Otto-Hahn-Schule zuletzt von vier auf fünf Klassen pro Jahrgang erweitert wurde und 2018 Klassenräume in Modulbauweise hinzukamen, kommt die Schule an ihre Kapazitätsgrenzen. Die in der Altstadt gelegene Adalbert-Stifter-Schule wiederum eignet sich nicht für eine Erweiterung. Am Bau einer neuen Grundschule führt daher kein Weg vorbei.“

Das neue Gebäude soll auf dem etwa 8000 Quadratmeter großen Gelände neben der Polizeistation zwischen der Straße Am Frankfurter Weg und der Offenbacher Straße entstehen. Die Stadt werde das Grundstück dem Kreis zur Verfügung stellen, bestätigt Bürgermeister Halil Öztas auf Anfrage. Der neue Standort sei ideal, betont Landrat Oliver Quilling. Durch diese Lage erreiche man, dass die Schulbezirke in Heusenstamm neu festgelegt und optimiert werden könnten. „Der Neubau bietet für rund 200 Schülerinnen und Schüler Platz“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. Das Gebäude werde barrierefrei sein und so geplant, dass moderne Betreuungsangebote sowie inklusiver Unterricht problemlos möglich seien. Außerdem werde auf dem Gelände eine Sporthalle errichtet, die sowohl von den Grundschulkindern, als auch von den Vereinen vor Ort genutzt werden könne. Der Bau soll zum Beginn des Schuljahres 2023/24 fertig gestellt sein.

„Das Grundstück, das der Stadt gehört, muss dem Kreis noch übertragen werden“, berichtet Bürgermeister Öztas weiter. Dies werde voraussichtlich in der Juni-Sitzung der Stadtverordnetenversammlung geschehen. Der Magistrat plane derzeit eine entsprechende Vorlage. Zur finanziellen Frage für solche Vorgänge gebe es festgelegte Beträge. Normal übliche Grundstückspreise würden in solchen Fällen nicht angewandt.

Noch nicht abschließend geklärt scheinen indessen die Bedenken zu sein, die von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises vor Jahresfrist geäußert worden waren, da auf dem Areal ein Stück Wald gewachsen sei (wir berichteten). Öztas hatte schon damals eingeräumt, dass man davon sprechen könne, dass dort Wald entstanden sei. Jedoch gelte für das Gebiet ein Bebauungsplan, der dort keinen Wald vorsehe.

Inzwischen seien Gespräche mit den zuständigen Behörden geführt wurden, sagt der Bürgermeister in diesem Zusammenhang. Und man sei sich bewusst, dass noch einige Arbeiten zu erledigen seien. Gegebenenfalls müsse man an anderer Stelle Ausgleichsmaßnahmen schaffen. Er gehe davon aus, dass es in dieser Frage von Naturschutzbehörde und Forst keine Einschränkungen geben werde.

Vorgesehen werden soll in der zweizügigen Grundschule nach den Angaben von Öztas auch ausreichend Platz für die Schulkindbetreuung: „Wir reden derzeit über einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, da ist es absolut richtig, dass man das gemeinsam angeht und entsprechend plant.“ Ob die vorgesehene Sporthalle auch von Adalbert-Stifter-Schülern genutzt werden soll, werde man sehen.

Der Bürgermeister hofft, dass Planung und Baugenehmigung für die neue Grundschule bis zum Ende des Jahres vorliegen. Im nächsten Frühjahr könne man dann mit den entsprechenden Bauarbeiten beginnen.  clb

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