Visionen für zur Entwicklung des Areals

Viele Ideen von CDU, SPD und FDP zur Entwicklung des Campus in Heusenstamm

Das Campus-Gelände an der Jahnstraße, einst Bildungszentrum der Deutschen Post, soll neu entwickelt werden.
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Das Campus-Gelände an der Jahnstraße, einst Bildungszentrum der Deutschen Post, soll neu entwickelt werden.

Mit neuen Ideen zur Entwicklung des Campus-Geländes geht die Schlossstädter CDU an die Öffentlichkeit. Kita, Pflege und Ärztezentrum sowie die Vision eines Sportparks lauten die Stichworte der Union zu diesem Thema.

Heusenstamm – Die Schlosstadt ist umrahmt von Wäldern, das mache die Stadt so attraktiv, heißt es in einer Mitteilung der Partei dazu. Auch aus diesem Grund seien großflächige neue Baugebiete an den Rändern keine Option für die Stadt. Vielmehr gelte es, Potenzialflächen zu erkennen, um attraktive Wohn-, Gewerbe- und Handelsangebote zu schaffen. Die CDU setze sich deshalb für eine nachhaltige Innenentwicklung ein und will dabei das Gelände des Campus wieder in den Fokus nehmen.

Einrichtungen für Pflege – von der Tagespflege bis zum vollstationären Pflegeheim und Intensivpflege für Kinder und Erwachsene – sowie eine Kita seien Vorschläge der CDU, die sich nach ersten Gesprächen im Einklang mit den Nutzungsideen der neuen Eigentümerin des Campus-Komplexes, der Allegron GmbH, befänden. Für die CDU sei wichtig, dass ältere Bürger ganz in der Nähe Geborgenheit finden.

Die CDU engagiere sich zudem für weitere Quartiersentwicklungen wie ein Gründerzentrum, weitere medizinische Einrichtungen wie etwa ein Ärztezentrum sowie für Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen. Und sie unterstützt die Vorschläge der Allegron, den Campus auch als Tagungs- und Schulungszentrum sowie als Boardinghouse zu nutzen.

Neuer Anlauf zu Kita-Bau möglich

Die Einrichtung einer Kita auf dem Campus-Gelände war vor einigen Jahren an den damaligen Vertragskonditionen gescheitert. Nun könne durch den Eigentümerwechsel ein neuer Anlauf dieser sinnvollen Lösung gestartet werden, schreibt die CDU-Vorsitzende Heide Schwab. Auf den geplanten Bau einer solchen Einrichtung zwischen Schwimmbad und Allee – und damit auf einen Eingriff in einen wichtigen Grünzug – könnte so verzichtet werden.

Und die Union halte eine weitere wichtige Entwicklung auf dem Gelände für möglich: die Errichtung eines Sport- und Vereinszentrums, etwa für die TSV Heusenstamm, in dem auch Schulsport stattfinden könne. Die alte Turnhalle an der Jahnstraße sei nicht mehr zeitgemäß, unter anderem aus energetischen Gründen, und es fehle an diversen weiteren Räumlichkeiten, erläutert CDU-Bürgermeisterkandidat Steffen Ball. Auf dem Campus-Areal könnte eine neue Heimat für die TSV entstehen – sowohl für sportliche als auch kulturelle Aktivitäten des Vereins. Das heutige TSV-Gelände stünde dann für ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten im Herzen der Innenstadt zur Verfügung. Dazu bedürfe es weiterer intensiver Erörterungen – natürlich mit dem Verein selbst und mit der Eigner der Außenflächen auf dem Campus.

SPD sieht Wohnprojekte dort „sehr kritisch“

Die Heusenstammer SPD möchte indes den Campus als gewerblichen Standort erhalten. Nach den Antworten des Magistrats auf eine FDP-Anfrage seien Flächen für das Gewerbe im Stadtgebiet sehr rar geworden. Beim Campus handelt es sich um die letzte verbliebene zusammenhängende Fläche für das Gewerbe. Damit solle „sehr sorgsam umgegangen“ werden, wenn die Stadt attraktiv für die Wirtschaft bleiben möchte. Nach Kenntnis des SPD setze der gültige Bebauungsplan für das Gebiet auch eine Gewerbefläche fest. „Wohnprojekte sehen wir in diesem Gebiet sehr kritisch“, meint SPD-Fraktionschef Rolf Lang. Offen sei man allerdings für eine Teilnutzung des Gebietes für eine neue Halle der TSV, falls dies vom Verein in Erwägung gezogen werde. Eine solche Nutzung würde das Gewerbe nicht erheblich beeinträchtigen, Wohnprojekte aber schon.

Die SPD sieht Gespräche mit derzeitigen Eigentümern des Areals in der Kompetenz des Magistrats. Eine Einmischung einer Partei erachte man „als anmaßend und für die Interessen der Stadt eventuell auch schädlich“.

Für eine ausgewogene Stadtentwicklung spricht sich in diesem Zusammenhang die FDP aus: „Die weitere Entwicklung ist an den Interessen unserer Stadt auszurichten und nicht an jenen des Wohnungsbauministers“, schreibt FDP-Vorsitzender Uwe Klein. „Wir wollen Wohnen, Infrastruktur und Gewerbe aufeinander abgestimmt weiter ausbauen.““

„Raum für Büros, Praxen, Beherbergungs-und Handwerksbetriebe“

Die FDP fordert daher, der Entwicklung der beiden Areale des ehemaligen Brückenbauhofs an der Industriestraße und des ehemaligen Fernmeldezeugamtes an der Philipp-Reis-Straße Priorität einzuräumen. Dort könne viel Wohnraum entstehen. Zudem bieten diese Flächen aber auch Raum für attraktive verträgliche gewerbliche Einrichtungen.

Die FDP zeigt sich erfreut, dass sich ganz neue Möglichkeiten für das Gelände des Campus abzeichnen. Durch die S-Bahn sei es hervorragend angebunden, zudem stünden dort Parkplätze zur Verfügung. Klein: „Wir werden die Absichten des neuen Eigentümers unterstützen, dort ein urbanes Gebiet mit einer Nutzungsmischung entstehen zu lassen. Es besteht die Chance, den Campus wieder in das Stadtleben zu integrieren.

Die vorhandene Bebauung dort biete Raum für Büros, Praxen, Beherbergungs- oder auch Handwerksbetriebe. „Daneben wollen wir soziale, kulturelle und weitere Einrichtungen ermöglichen“, meint Uwe Klein. Wegen der großen Nachfrage bieten sich solche etwa im Pflege- und Betreuungsbereich an. Die FDP werde sich dafür engagieren, dass bei baulichen Erweiterungen neben gewerblicher Nutzung auch verschiedene Formen des Wohnens – Mehrgenerationen- und altersgerechtes Wohnen – geschaffen werden können. (Claudia Bechthold)

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