Völlig marode Leitungen

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So marode sind die Rohre unter der Erde.

Heusenstamm ‐ Jede Nacht, so klagt eine Anwohnerin der Bürgermeister-Kämmerer-Straße, komme zwischen 23 Uhr und Mitternacht ein Kleinlastwagen, um Kisten für einen kleinen Laden anzuliefern. Dabei werde ein derartiger Lärm veranstaltet, dass an Schlaf während dieser Zeit nicht zu denken sei. Von Claudia Bechthold

Bürgermeister Peter Jakoby und Ordnungsamtsleiter Karl-Heinz Kühnle nehmen die Beschwerde entgegen, versprechen, der Sache nachzugehen. Zum ersten Mal in diesem Jahr waren Vertreter des Stadtverwaltung am Donnerstag wieder zu Fuß unterwegs, um sich Kritik und Anregungen der Bürger anzuhören.  Vor allem für die Anwohner der Paulstraße hätte ein Treffen mit Bürgermeister, Kämmerer und Fachdienstleitern interessant sein können. Es mag am regnerischen Wetter gelegen haben, dass nur wenige Bürger zu dem Treffen gekommen waren. Denn für das Jahr 2012 plant die Stadt die Erneuerung der Wasserleitungen und der Abwasserrohre in dieser Straße. Zusätzlich sollen die Fahrbahndecke und vermutlich auch der Gehweg erneuert werden.

Wie teuer diese Maßnahmen wird, ist wohl noch nicht absehbar. Voraussichtlich aber würden 75 Prozent dieser Kosten als Straßenbeiträge auf die Eigner der Anlieger-Grundstücke umgelegt, kündigte Jakoby an. Betroffen sei die Paulstraße von der Rathenau- bis zur Feldstraße. Die Paulstraße wird als „überwiegend dem Anliegerverkehr dienend“ eingestuft, der Anteil, den die Stadt selbst tragen muss, liegt damit bei lediglich 25 Prozent.

Flickschusterei an der Fahrbahndecke, marode Wasser- und Wabwasserrohre unter der Erde sowie ein vermutlich an die 50 JAhre alter Gehweg: Die Paulstraße sonn in etwa zwei Jahre komplett saniert werden.

Die Erneuerung sei dringend notwendig, weil die Wasser- und Abwasserleitungen mittlerweile völlig marode seien. Mehrere Wasserrohrbrüche in den vergangenen Monaten hätten dies schon eindrucksvoll bewiesen, ergänzte Jakoby. Zum Beweis hatte der stellvertretende Leiter des Fachbereichs Bauamt, Volker Hake, ein Wasserrohr dabei, das aus einem den beiden Teilstücke der Paulstraße stammt, in denen diese Leitungen bereits saniert sind. „Oh je“, lautete der Kommentar einer Anwohnerin, als ihr das Rohrteil gezeigt wurde. Rost und andere Ablagerungen haben dem Teil derart zugesetzt, dass kaum noch Wasser durchfließen könne.

Dennoch mag der eine oder andere der Anwesenden gezuckt haben, als Jakoby kurz die Rechtslage erläuterte. „Da können wir ja jetzt schon mal anfangen zu sparen“, meinte eine der Anliegerinnen. Der Bürgermeister versprach allerdings, man werde für die Fahrbahnsanierung eine einfachere, nicht so kostenintensive Variante wählen.

In Mozart- und Lochwiesenstraße müssen die Bewohner möglicherweise damit rechnen, künftig weniger Parkplätze zur Verfügung zu haben. Kühnle und Jakoby waren sich einig, dass auf dem Gehweg geparkte Autos zu wenig Platz ließen für Mütter mit Kinderwagen oder Menschen mit Rollatoren. Man werde prüfen, ob in diesen Straßen ein versetztes Parken auf der Fahrbahn vorgeschrieben werden solle.

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