Carsten Härle widerspricht Bericht von TV-Magazin

AfD-Vorsitzender: „Habe nichts mit Reichsbürgern zu tun“

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Heusenstamm - „Ich habe nichts mit den Reichsbürgern zu tun.“ Immer wieder sagt Carsten Härle, Vorsitzender der AfD-Fraktion in der Heusenstammer Stadtverordnetenversammlung, diesen Satz. Von Claudia Bechthold

Hier sehen Sie das Video in der ARD-Mediathek

In Sozialen Netzwerken, vor allem aber am Donnerstagabend im ARD-Magazin „Kontraste“, war Härle als Beispiel für „reichsbürgernahe AfD-Politiker“ genannt worden. Begründet hatten dies die Autoren des Beitrags mit einer Meinungsäußerung Härles, die im Netzwerk Facebook zu finden war. Härle hatte sich darin im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die tödliche Schießerei im mittelfränkischen Georgensgmünd in der vergangenen Woche, bei der ein Polizeibeamter ums Leben gekommen war, geäußert. Der Angreifer soll den sogenannten Reichsbürgern angehören. Er habe sich irritiert gefühlt über die Berichterstattung zu diesem Fall, in dem der Polizist zunächst als tot, dann doch als schwerverletzt, aber lebend und schließlich doch als verstorben gemeldet worden sei. Zudem habe er eine vierte Version gelesen, in der davon die Rede gewesen sei, dass der Beamte doch lebe, berichtete er gestern auf Anfrage.

Daraufhin habe er im Netzwerk schriftlich Fragen dazu formuliert. Härle: „Ich habe nichts unterstellt, aber gefragt.“ Unter anderem schrieb er, ob die ganze Geschichte in Mittelfranken nicht inszeniert gewesen sein könnte, um eine Kampagne gegen die Reichsbürger in Gang zu setzen. Er habe jenen vierten Bericht dann aber als falsch identifiziert (das Datum habe nicht gestimmt) und seinen eigenen Beitrag sofort – „nach ein paar Minuten“ – wieder gelöscht. Da hatten ihn aber andere Nutzer schon verteilt. Härle selbst kann diese Weiterverbreitung dann nicht mehr beeinflussen.

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Härle zeigte sich erstaunt über die Nennung seines Namens in „Kontraste“. Er frage sich, wie sein Facebook-Beitrag an die Redaktion geraten sei. Gleichzeitig äußert er sich „genervt“, weil die Berichterstattung über die Reichsbürger jetzt „so hochkocht“: „Ich kann nicht beurteilen, ob diese Gruppe gefährlich ist, aber aus meiner Sicht wird da Hetze gemacht, und das halte ich für bedenklich.“ Härle verwahrt sich in diesem Zusammenhang auch gegen Äußerungen eines anderen Facebook-Nutzers, der ihm unterstellt, er organisiere die jüngst vom hessischen Verfassungsschutz gemeldeten Treffen von Reichsbürgern in Heusenstamm. Das entbehre jeder Grundlage. Und er überlege ernsthaft, den Verbreiter dieser Unterstellung entsprechend zu verklagen.

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