Wasserdruck soll besser werden

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Diese Anlage erhöht den Wasserdruck messbar, kostet allerdings auch Strom, wie Deckmann und Roth erläutern.

Heusenstamm  - In „intensiven Gesprächen“ mit dem Wasserzweckverband habe man nun erreicht, dass das gesamte Fernleitungsnetz im Kreis Offenbach überprüft werde, um danach die richtigen Maßnahmen für einen höheren Druck zu ergreifen. Von Claudia Bechthold

Der blaue Container steht seit Wochen an der Jahnstraße - mitten in der Blickachse zwischen Schloss und Alter Linde. Und nur ein kleines Schild weist darauf hin, dass der Container der Zweckverband Wasser Offenbach(ZWO) gehört. Was sich darin verbirgt, wussten bislang nur wenige Eingeweihte: In dem Container befindet sich eine Druckerhöhungsanlage, mit der getestet wird, ob der endgültige Einbau einer solchen Anlage den Wasserdruck in der Schlossstadt erhöhen könnte.

Schon seit einigen Wochen steht dieser blaue Container an der Jahnstraße. Darin befindet sich eine Anlage, die den Wasserdruck erhöhen soll. Auf dem Foto: Stadtwerke-Chef Manuel Roth (rechts) und der Leiter der Wasserversorgung bei den Stadtwerken, Jürgen Deckmann.

Schon seit etwa eineinhalb Jahren beobachte man, dass der Wasserdruck in Heusenstamm nachgelassen habe. „Im Ostend und den nördlichen Teilen des Stadtgebiets ist der Wasserdruck weitgehend in Ordnung“, sagt Bürgermeister Peter Jakoby. Aber im Süden der Schlossstadt sei der Druck einfach zu gering. Um bis zu 0,5 bar sei der Betriebsdruck nachweislich gesunken.

„Dass man in Hochhäusern in den oberen Etagen mit geringerem Wasserdruck rechnen muss, ist ja noch nachvollziehbar, aber in Ein- oder Zwei-Familien-Häusern ist das nicht einzusehen“, betont der Verwaltungschef. Aus diesem Grund habe man nun „Druck auf den ZWO“ gemacht. Die Beschwerden vieler Bürger, aber auch die Beharrlichkeit des ehrenamtlichen SPD-Stadtrates Klaus Burger in dieser Angelegenheit hätten zusätzlich deutlich gemacht, dass etwas unternommen werden müsse.

Es habe vieler intensiver Gespräche mit dem ZWO bedurft, bis man dort eingesehen habe, dass nicht die Stadt Heusenstamm schuld sei am zu geringen Wasserdruck. „Der ZWO hatte argumentiert, dass unsere neuen Baugebiete die Druckverhältnisse im Rohrleitungsnetz verschlechtert habe“, erläuterte Jakoby. Ein mit der Untersuchung dieser Frage beauftragtes Ingenieurbüro habe aber nachweisen können, dass die Erweiterung des Rohrnetzes etwa im Zwerggewann keinen Einfluss auf den Druck habe.

„Wir haben schlicht auf die Erfüllung bestehender Verträge gepocht, zumal der Wasserdruck in Heusenstamm an der unteren Grenze dessen liegt, was vertraglich vereinbart ist“, berichtet Heusenstamms Stadtwerke-Leiter Manuel Roth. Mittlerweile habe der ZWO zugestimmt, die Druckverhältnisse seines gesamten Fernleitungsnetzes prüfen zu lassen. Bis Mitte des Jahres erwarte man die Ergebnis dazu. Danach gebe es nur zwei Möglichkeiten, betont der Bürgermeister: Entweder müssten an bestimmten Übergabeschächten solche Druckerhöhungsanlagen eingebaut werden, wie jene, die an der Jahnstraße steht und auch erste messbare Erfolge bringe. „Oder die ZWO erhöht an allen Übergabeschächten von den Wasserwerken her gesehen den Gesamtdruck“, sagt Jakoby.

Der ZWO beliefert 13 Kommunen im Kreis und die Stadt Offenbach. Im Jahr 2008 wurden insgesamt etwa eine Million Kubikmeter Wasser geliefert. Der durchschnittliche Verbrauch lag damit bei 130 Liter täglich je Einwohner. In Heusenstamm gibt es acht Übergabeschächte und ein 70 000 Meter langes Rohrnetz.

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