Erbaut für die Offenbacher

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Das Wasserwerk Hintermark im Wald zwischen Heusenstamm und Patershausen war in der ersten Folge unseres Sommerrätsels zu erraten

Heusenstamm - Das war wirklich nicht leicht, die erste Frage unseres Sommerrätsels aus der Printausgabe der OP richtig zu beantworten. Denn das Wasserwerk Hintermark, dessen Tor auf dem Foto zu sehen war, liegt versteckt im sogenannten Klosterwald und ist nicht leicht zu sehen. Von Claudia Bechthold  

Dennoch sind mehr als 30 richtige Lösungen in der Redaktion eingegangen. Aber das ist ja noch nicht das Ende. In den nächsten Wochen werden wir weitere Detailfotos veröffentlichen, deren Zugehörigkeit es dann zu erraten gilt. Im Oktober 1902 wurde das Wasserwerk, das für die Stadt Offenbach gebaut wurde und den Beginn der professionellen Wasserversorgung für die Lederstadt darstellt, offiziell in Betrieb genommen. Es ist im Baustil der Gründerjahre errichtet, stammt aber aus einer Zeit, in der die Funktionalität von Industriebauten bei der Planung noch nicht die einzige Rolle gespielt hat. Und so zeigt es den Versuch, die klaren, kantigen Linien durch große betonte Fensterbögen gefälliger zu machen. Die dunkelgraue Farbe, in die es gehüllt ist, kam erst in den Zeiten des Zweiten Weltkriegs auf die steinerne Fassade. Sie sollte - offenbar erfolgreich - verhindern, dass das Werk für die Piloten der Bombenflugzeuge zu sehen war. Inzwischen wagt man es nicht mehr, die Farbe zu entfernen, weil befürchtet wird, dass die Steine dadurch zu sehr angegriffen würden. Nur an manchen Stellen ist die rötliche Originalfarbe der Steine zu erkennen.

Auch innen gibt es kleine Schönheiten zu entdecken. So ist in der Halle, in der sich das Pumpenwerk befindet und zu der jene Tür auf dem Foto führt, das Geländer erhalten, das aus der Bauzeit stammt. Vermutlich erst später entstanden Wandmalereien in der Pumpenhalle, die die Nützlichkeit des Wassers darstellen. Auch Goethe wird zitiert mit dem Satz: „Alles ist aus dem Wasser entsprungen, alles wird durch das Wasser erhalten.“ Und es gibt Details, die an alte Zeiten erinnern. Stillgelegte alte Sicherungskästen etwa mit den knubbeligen Sicherungen aus weißem Porzellan. Die großen Kolbenpumpen dagegen, die früher in der Halle standen und von einem Schiffsmotor mit Strom versorgt wurden, gibt es nicht mehr.

Zu Beginn war das Werk für eine Jahresleistung von 500.000 Kubikmeter Wasser ausgelegt. Heute werden pro Jahr 2,1 Millionen Kubikmeter Wasser in die Leitungen gepumpt. Das Wasser stammt aus Brunnen in der Umgebung, in der Hintermark, in Patershausen, in Martinsee und in Dietzenbach. 1968 wurde die Aufbereitung des Wassers verbessert. Bis dahin reichte eine einfache Entsäuerung. Inzwischen läuft das Wasser durch eine Filterhalle in einem Nebengebäude. Das Sommerrätsel, bei dem es zehn Preise, darunter Gutscheine im Wert zwischen 15 und 25 Euro, zu gewinnen gibt, wird in den kommenden Ausgaben im Heusenstamm-Teil unserer Zeitung fortgesetzt.

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