Nur Känguru war unzufrieden

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Auch der Schulchor gestaltete das Weihnachtskonzert der Adolf-Reichwein-Schule mit. 

Heusenstamm - „Last Christmas“ säuselt es in diesen Tagen auf allen Radiosendern und im Supermarkt, man mag den Hit von George Michael fast nicht mehr hören. Von Michael Prochnow

Ganz anders ist das, wenn der Chor der eigenen Schule die weihnachtlichen Melodien anstimmt und kräftigen Applaus von Mitschülern, Eltern und Lehrkräften erhält. Diese Atmosphäre erfüllte am Freitagabend das Foyer der Adolf-Reichwein-Schule an der Leibnizstraße.

Sie veranstaltete ihr drittes Weihnachtskonzert mit mehreren Klassen, Gruppen und Solisten in dem eindrucksvoll dekorierten Raum. Wo sich sonst die Wege von Menschen in Eile kreuzen, schuf Lehrerin Gabi Picard mit Gläserkerzen, großformatigen Motiven an den blinden Fenstern, die vom Schulhoflicht beschienen wurden, und Scheinwerfern eine schon heimelige Stimmung. Die griff Schulleiter Matthias Lippert auf, der eine Weihnachtsgeschichte von einer „abgelegenen Südseeinsel“ vortrug: „Der lange Weg ist ein Teil des Geschenkes“, erklärt ein kleiner Junge, der seiner Lehrerin eine wunderschöne Muschel überreicht.

Schulchor schmetterte moderne Weisen

Feyza Demirtas, Siegerin im Vorlese-Wettbewerb, erzählte von einer australischen Kängurufrau, die ständig unzufrieden war mit den Geschenken aus dem Beutel ihres Mannes. Musikalisch stellte die 5b den „Weihnachtsmann“ vor, Ilona Engel , die erst seit kurzem in Deutschland lebt, begeisterte mit Hits wie „You’re Not Alone“, den sie mit glockenreiner Stimme sang und selbst an der Gitarre begleitete. Nicole Schellhase spielte das „Weiße Winterland“, der Schulchor schmetterte moderne Weisen.

Dabei begleiteten Teresa Taranto und Gian-Paolo Picarello, die im Tanzsportzentrum trainieren, den „Mr Christmas“ mit Cha-Cha-Schritten. Nicole Schellhase spielte traditionelle Melodien vom „Winterland“ an den Tasten, der stellvertretende Schulsprecher Deniz Özkan interpretierte Schumanns „Waldszenen“. Er begleitete kürzlich mit Musiklehrer Alexander Richter eine vorweihnachtliche Feier im Kultusministerium in Wiesbaden. In der Schule spielten beide vierhändig die Mozartsonate.

Stellenwert des Künstlerischen festigen

Die 6b der Förderstufe setzte „Herbst“ und „Winter“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ mit Gesang und Dialog in Szene, die 7Ha trug die „Weihnachtsmaus“ vor. Nach jeder Darbietung brandete jubelnder Applaus auf, auch nach klassischen Vorträgen, die sonst nicht zum Unterhaltungsprogramm der meisten Jugendlichen zählen, zollte das junge Publikum Respekt und Anerkennung.

Auch Konrektorin Doris Huber freute sich über den Erfolg der Veranstaltung, die im Unterricht nicht erkannte Talente fördere, Selbstbewusstsein schaffe und die Schulgemeinde noch fester zusammenschweiße. Diesen Effekt förderte auch die Küchentruppe um Volker Salminkeit, die süßes Gebäck und pikante Spezialitäten in internationaler Vielfalt servierten. Nicht zu vergessen die 8Hb, die Auf- und Abbau sowie die Technik übernahmen.

„Es ist wichtig, dass Schüler Vorträge einüben mit dem Ziel, das Gelernte aufzuführen“, erläuterte die Konrektorin. Daneben werde der Stellenwert des Künstlerischen gefestigt. Fürs neue Jahr kündigte die Schulleitung Instrumental-Unterricht für Fünftklässler in Kooperation mit der Stadtkapelle an.

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