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Weinfest: Heusenstamms Händler feiern mit kreativen Ideen

Vor zwei Jahren konnte das beliebte Weinfest am Bannturm noch fröhlich gefeiert werden. Archiv
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Vor zwei Jahren konnte das beliebte Weinfest am Bannturm noch fröhlich gefeiert werden. Archiv

Heusenstamm – Es wäre das 25. Weinfest, das eigentlich in diesem Jahr wieder am Bannturm stattfinden sollte. Doch schon das 24. im vergangenen Jahr musste wegen der Pandemie ausfallen. Und auch in diesem Jahr wurde es nichts mit der fröhlichen Verkostung der Winzer-Angebote auf dem Platz hinter dem Schloss. Die Weinhändler in der Schlossstadt indes mochten das so nicht hinnehmen.

Mit viel Kreativität haben sie Ersatz geschaffen.

Seit 28 Jahren betreibt Christina Rebell gemeinsam mit ihrem Mann Horst das gleichnamige Weinhaus an der Paulstraße. „Angefangen hat alles damit, dass mein Vater schon in den Fünfziger Jahren während einer Reise nach Rom einen Winzer aus Worms-Herrnsheim kennengelernt hat“, berichtet sie. Daraus entstand eine Freundschaft, die auch dazu führte, dass man die Weine der Familie Görtz auch Bekannten und Verwandten in Heusenstamm mitbrachte. „Das wurden immer mehr Interessierte“, sagt sie. Schließlich habe sie sich entschieden, die Weine zu vertreiben.

Mit den Jahren kamen weitere Winzer dazu, sodass sie inzwischen Rot-, Weiß- und Roséweine vor allem aus Rheinhessen, aber auch aus dem Rheingau, der Pfalz, aus Franken und von der Nahe im Sortiment hat. Da lag es nahe, dass die Familie Rebell in den Jahren von 2006 bis 2009 selbst mit einem Weinstand auf dem städtischen Fest am Bannturm vertreten war. Die zeitliche Belastung wurde dann aber zu groß, sodass man dies wieder aufgab.

Allerdings werden Kunden des Weinhauses schon seit vielen Jahren im August zu einem Hoffest in der Paulstraße 22 eingeladen, vor allem um neu eingetroffene Weine verkosten zu können. Als im vergangenen Jahr wegen des Lockdowns klar war, dass es kein Hoffest würde geben können, kam Tochter Katrin Rebell auf die Idee, ein „Hoffest to go“ anzubieten.

Dazu wurden drei Pakete zum Festpreis „gepackt“: eines mit sechs Flaschen trockenen Weins, eines mit halbtrockenem und ein kleineres „zum Anstoßen“. Ebenfalls enthalten waren in den Paketen der beliebte „Oma Pias Kochkäse“, und „Spuntekäs“ – beides von Christina Rebells Mutter Pia Stein selbst hergestellt – sowie ein paar Riesling-Knacker von der Metzgerei Auer. Wer wollte, konnte ein Paket bestellen und zum eigentlichen Hoffest-Termin abholen.

„Das hat reißenden Absatz gefunden“, sagt Christina Rebell. Besonders gut angekommen ist bei den Kunden, dass sich die Rebells einen Kühlwagen besorgt hatten. So waren die Weine beim Abholen bereits trinkfertig, sodass jeder zu Hause nur noch auspacken musste. Aus diesem Grund hat die Familie dieses Angebot auch in diesem Jahr wieder gemacht, diesmal so gar an zwei Wochenenden – zum Termin des eigenen Hoffest und zum Weinfest-Termin der Stadt.

Ein wenig anders hat Hiltrud Ruppert auf das nun zum zweiten Mal ausgefallene Weinfest reagiert. Die Tochter eines Winzers aus dem rheinhessischen Alsheim hat eigentlich seit 25 Jahren einen festen Stand auf dem Fest, auf dem sie die Weine aus dem elterlichen Gut anbietet. Auf Initiative der Betreiber der TSV-Gaststätte, der Familie Franusch, wurde im Garten neben der TSV-Halle an der Jahnstraße an zwei Abenden ein eigenes kleines Weinfest gefeiert. Und angeboten wurden dazu die Weine der Familie Eckelmann, jenem Gut, das Hiltrud Rupperts Familie schon seit 1730 betreibt.

Auch dieses Angebot wurde von den Heusenstammern gut angenommen. An beiden Abenden waren sämtliche Plätze belegt und den Gästen hat es offensichtlich Spaß gemacht.

Dennoch sind sich auch die Schlossstädter Weinfreunde einig: Die Atmosphäre des städtischen Weinfests wird mit diesen Alternativen nicht erreicht. Insofern hoffen Christina Rebell und Hiltrud Ruppert, dass es im nächsten Jahr wieder stattfinden kann. (Von Claudia Bechthold)

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