Werner „Conni“ Konrad

Feuerwehr ist mein Leben

Werner „Conni“ Konrad

Heusenstamm - Wenn jemand den Ausdruck „Urgestein“ wirklich verdient hat, dann ist das Werner Konrad. 50 Jahre aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, fünf in der Jugendwehr, 45 in der Einsatzabteilung, das macht ihm so schnell keiner nach. Von Claudia Bechthold 

Dafür erhält der 62-Jährige jetzt eine ganz besondere Ehrung: das neue Staffel-Löschfahrzeug wird in der kommenden Woche auf seinen Spitznamen „Conni“ getauft. Den Conni kennt fast jeder in Heusenstamm. Als Platzwart des Bau- und Wertstoffhofs, als Fastnachter oder als Feuerwehrmann. Seit 1959 lebt er im Ostend der Schlossstadt, immer im selben Haus. Schule, Lehre zum Betriebsschlosser, erste Schritte als Geselle, all das macht er in Heusenstamm. 1970 geht er zu Rowenta – bis 1993 der Werkzeugbau geschlossen wird. Es folgen fünf Jahre bei einem Zulieferer in Dieburg. Dann hat er die Chance, zur Stadt zu wechseln und ergreift sie. Seit 1998 ist er „das Gesicht“ des Bauhofs.

Viele Ehrungen und Beförderungen konnten bei den Feuerwehren der Stadt ausgesprochen werden, darunter Auszeichnungen für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft an Bernd Hüter und Frank Herdt.

Auch Spaziergängern ist der großgewachsene Heusenstammer nicht unbekannt. Seit 36 Jahren hat er stets einen vierbeinigen Begleiter, seit eineinhalb Jahren ist es Sandy, ein Labrador-Mischling. Wer ihn als Fastnachter kennt, nennt meist sofort das „Florian-Duo“, dessen andere Hälfte seine Lebensgefährtin Petra Klein ist. Im Kreis Offenbach haben die beiden bis vor zwei Jahren auf vielenBühnen gestanden. Inzwischen haben sie ihre Auftritte auf die Veranstaltungen reduziert, die ihre karnevalistischen Wurzeln sind, die Kappenabende der Heusenstammer Feuerwehr.

1964 war Werner Konrad Gründungsmitglied der Heusenstammer Jugendfeuerwehr – weil seine Mutter Angst um ihn hatte. Denn eigentlich wollte der damals Zwölfjährige viel lieber Fußball spielen. Doch der Weg zum Sportplatz an der Alten Linde war weit. Abends, wenn es im Herbst und Winter dunkel war, sollte er nicht allein so weit laufen. Die Feuerwehr lag näher am Haus im Ostend. Dort durfte er hin.

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Dass daraus eine solche Leidenschaft entstehen würde, hat sich auch Werner Konrad damals nicht träumen lassen. Seit 1969 gehört er der Einsatzabteilung an, war nach vielen Aus- und Weiterbildungen zehn Jahre lang Wehrführer und weitere zehn Jahre stellvertretender Stadtbrandinspektor. „Die Feuerwehr ist eigentlich mein Leben“, sagt er heute im Rückblick. Niemals habe er auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht, bei einer Alarmierung nicht sofort alles stehen und liegen zu lassen. Und er habe auch nie ein anderes Hobby vermisst.

Jetzt ist er in den „Feuerwehr-Ruhestand“ gegangen, denn mit 62 Jahren ist nach dem Gesetz Schluss. Sein Piepser wird ihn dennoch weiterhin begleiten. Denn man hat ihn zum „Fachberater Verpflegung“ berufen. Wenn es bei größeren Einsätzen länger dauert, wird er gerufen, um Getränke und Essbares zu organisieren – auch mitten in der Nacht. Und auch die Ausbildungsabende muss er nicht missen. Danach wird schließlich auch Verpflegung benötigt.

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