„Wirkt nicht transparent“

Widerstand gegen Straßenbeiträge für die Hubertusanlage

Heusenstamm - Wie es mit den Straßenbeiträgen weitergeht in der Schlossstadt, ob es bei einmaligen bleibt oder zu wiederkehrenden gewechselt wird, ist derzeit völlig offen. Von Claudia Bechthold 

Derweil regt sich Widerstand gegen Beiträge, die jetzt Anwohnern in Rembrücken berechnet werden sollen. Rechnungen in Höhe von etwa 5 500 Euro – mal etwas mehr, mal etwas weniger – sollen Anliegern der Hubertusanlage in den nächsten Tagen zugestellt werden. Das habe die Stadt den Betroffenen bereits angekündigt, berichtet einer der Anwohner. Vor ungefähr zwei Jahren war entlang des Abschnitts dieser Straße zwischen Lärchen- und Tannenweg gebuddelt worden. Nun berechnet die Stadt jene Anteile, die aus ihrer Sicht von Anliegern laut geltender Straßenbeitragssatzung zu bezahlen sind.

Die Anwohner wollen zwar die Zustellung der genauen Abrechnungen noch abwarten. Dennoch überlegen sie bereits, wie sie damit umgehen sollen. „Man hat uns damals informiert, dass es um eine Fahrbahnerneuerung und um den Austausch von Trinkwasserleitungen geht“, sagt einer der Betroffenen. Später sei aber nur noch von einer Straßenerneuerung die Rede gewesen. Das sei schon merkwürdig. Der Unterschied: Während eine grundhafte Straßenerneuerung beitragsfähig ist, gilt dies für eine Trinkwasserleitung – abgesehen von den Kosten für einen Hausanschluss – nicht.

Zudem habe die Stadt auch jenen Anliegern des Teilstückes der Hubertusanlage Rechnungen angekündigt, vor deren Haus gar nicht gebuddelt worden sei. „Man begründet das mit einem bestimmten Abschnitt, der festgelegt sei. Die Eigentümer dort fragen sich außerdem, warum ausgerechnet dieser Abschnitt nun grundhaft habe saniert werden müssen, während die Teilstücke davor und dahinter offenbar nicht sanierungsbedürftig seien. Einen transparenten Eindruck mache all dies für ihn nicht, fügt der Anwohner hinzu. Man werde die Unterlagen der Stadt in jedem Fall einsehen und prüfen, danach überlegen, ob eventuell weitere Schritte eingeleitet werden sollten.

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Die schlechte Fahrbahnqualität sei der Anlass für diese Maßnahme gewesen, teilte Bürgermeister Halil Öztas auf Anfrage mit. Der Oberbau habe bereits großflächig „erhebliche Schäden in Form von Rissen, Ausmagerungen und Absenkungen“ gezeigt. Zudem sei der Oberbau „für die heutigen Verkehrsbelastungen“ nicht ausreichend dimensioniert gewesen. Das Alter der Fahrbahn, das Schadensbild und die aus heutiger Sicht zu geringe Ausbaustärke hätten es erforderlich gemacht, die Fahrbahn grundhaft zu erneuern. Zu beachten sei dabei auch die Belastung durch den Busverkehr auf der Hubertusanlage.

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Etwa alle 40 Jahre müsse eine Fahrbahn grundhaft erneuert werden, betonte Öztas. Die Hubertusanlage sei im Jahr 1979 erstmals angelegt und seitdem in diesem Teilstück nicht erneuert worden. Der Abschnitt in der sogenannten Trompete, also an der Einmündung zur Heusenstammer Straße, sei allerdings schon vor geraumer Zeit saniert worden, ebenso der Abschnitt dahinter. Schließlich habe man entschieden, berichtet der Bürgermeister, im Zusammenhang mit dieser Fahrbahnsanierung auch die Trinkwasserleitungen auszutauschen. Damit habe man vermeiden wollen, die Fahrbahn nicht in den nächsten Jahren erneut aufreißen zu müssen, um diese Leitungen zu erneuern.

Rubriklistenbild: © dpa

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