Bis Sonntag geöffnet

Winterausstellung des Künstlervereins ist etwas Besonderes

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Ein graues Bänder-Wirrwarr präsentiert die Keramikerin Renate Schneider. 

Heusenstamm - Die Woche vor dem Nikolausmarkt in der Schlossstadt ist in den Kalendern der Heusenstammer Kunstschaffenden fest markiert. Von Claudia Bechthold 

Denn während dieser Woche präsentiert der Künstlerverein die Werke seiner Mitglieder – und bietet damit am kommenden Wochenende auch den Besuchern des adventlichen Treibens zwischen Torbau und Bannturm eine kleine Abwechslung im Haus der Stadtgeschichte.

Immer wieder etwas ganz Besonderes bieten die Mitglieder des Künstlervereins ihren Anhängern zur alljährlichen Winterausstellung im Haus der Stadtgeschichte. Denn sie bearbeiten auf ihre ganz individuelle Weise ein Thema, das der Vorstand ihnen vorgibt. Und so ist es jedes Mal spannend, wie der eine oder andere Künstler die Aufgabe gelöst hat.

„Die Farbe Grau“ lautete das Thema in diesem Jahr, das erneut von etlichen Vereinsmitgliedern aufgegriffen wurde. So hat zum Beispiel Fotografin Elke Römer drei Aufnahmen zur Schau beigetragen, die in Schwarzweiß verschiedene Grautöne besonders deutlich zeigen. Leicht bewegtes Wasser des ufernahen Meeres beeindruckt dabei ebenso, wie das Spiel mit Licht und Schatten oder die einzelne Gaube zwischen den grauen Schieferschindeln eines Daches.

An das Thema gewagt hat sich auch Renate Schneider, die eigentlich für ihre keramischen Arbeiten bekannt ist. Aus breiten Streifen grau bemalten Papiers lässt sie ein geringeltes Wirrwarr entstehen, in dem Anfang und Ende kaum zu finden sind.

Das Sprichwort „Nachts sind alle Katzen grau“ hat Margit Haun künstlerisch umgesetzt.

Strikt grafisch nimmt dagegen Wolfgang Moosbrugger das Thema auf, der sich zwar weiterhin mit seinem Lieblingsthema Comics befasst, und sich dennoch zunehmend seiner Anfänge als Grafikdesigner besinnt. In klaren blaugetönten Buchstaben steht das Wort „Grau“ auf einer Leinwand in Grautönen.

Und Margit Haun hat das Sprichwort „Nachts sind alle Katzen grau“ malerisch umgesetzt. Aus einer grauen Leinwand blicken den Betrachter zwei blaue Augen, an, umrahmt von ein paar Bart- und Fellhaaren.

Mehr als ein Dutzend künstlerisch talentierte Heusenstammer zeigen ihre Werke im Haus der Stadtgeschichte – nicht nur Malerei und Fotografie, sondern auch Schmuck, Keramik und Quilts sind zu sehen.

Die Farbe Grau sei einst die Farbe der Elementargeister gewesen, sagte Vereinsvorsitzender Wolfgang Franz zur Eröffnung der Schau, die im Verein mit den ebenfalls grauen Untoten in den Graubereichen gewirkt hätten. Aber auch Zwerge, die tief unten in der Erde ihre Schätze bewacht hätten, habe man früher Graumännchen genannt. Doch auch wenn man Grau als „unbunte Farbe“ bezeichne, es hat viele Nuancen und bietet dem Künstler eine große Palette an Möglichkeiten.

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Die Vernissage mit vielen Besuchern begleitete das Duo Kottmann mit Melodien von Wolfgang Amadeus Mozart. Zu hören waren zwei Sätze aus den „Wiener Sonatinen“.

Die Ausstellung ist bis einschließlich Sonntag, 9. Dezember, im Haus der Stadtgeschichte, Zugang über die Eckgasse, zu sehen. Geöffnet ist sie am kommenden Donnerstag und Freitag von 16 bis 18 Uhr sowie am Samstag und am Sonntag von 14 bis 19 Uhr.

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