Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt wächst weiter

Wohnungen bald bezugsfertig

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Gestern trafen alle am Neubau an der Herderstraße Beteiligten dort zusammen, um sich über den Fortgang zu informieren.

Heusenstamm - Die Erweiterung des Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Herderstraße läuft. Noch in diesem Jahr werde der Neubau an der Ecke zur Theodor-Heuss-Straße fertiggestellt, sagt Gerhard Thiele von der ausführenden Firma Atic Invest Consulting GmbH. Ende Februar sei er voraussichtlich bezugsfertig. Von Claudia Bechthold 

Seit 1977 gibt es das Horst-Schmidt-Haus an der Herderstraße. Seitdem wird das Seniorenzentrum regelmäßig modernisiert und erweitert. Jetzt steht der erste Neubau an der Ecke Herderstraße und Theodor-Heuss-Straße vor der Fertigstellung. Bis Ende Februar, so schätzt Gerhard Thiele von der Atic Invest Consulting GmbH in Neu-Isenburg, seien die Wohnungen aller Voraussicht nach bezugsfertig. Träger der Einrichtung ist die Arbeiterwohlfahrt, die das Grundstück allerdings vor etwa 14 Jahren an die Merkur Developing Holding GmbH in Rüsselsheim verkauft hat. Seitdem investiert dieses Unternehmen in die Modernisierung und den Ausbau der Heusenstammer Senioreneinrichtung.

Direkt neben dem Bestandsgebäude mit 131 Pflegeplatzen steht nun das Haus (1) mit 30 Senioren-Wohnungen, 16 Einzelzimmern zur stationären Pflege sowie der Tagespflege. Das Schwesternwohnheim (2) wird saniert und die frühere Sozialstation (3) durch eine Kita ersetzt. Im Garten (4) entstehen 14 Eigentumswohnungen.

Vor rund einem Jahr hat die Immobilie erneut den Besitzer gewechselt. Für rund 23 Millionen Euro hat das schwedische Unternehmen Hemsö Fastighets AB nach eigenen Angaben das Pflegeheim im Juni 2017 übernommen. Hemsö besitzt, verwaltet und entwickelt, heißt es auf der Internetseite, Objekte für Altenwohnen, Ausbildung, Gesundheitswesen und Rechtswesen: „Wir denken langfristig und agieren nachhaltig bei der Verwaltung, Entwicklung und strategischen Planung der Immobilien.“ Jens Nagel, Geschäftsführer der Hemsö GmbH in Berlin, betont zudem, Pflegeheime seien für die Firma kein Passiv-Investment.

Rund 20 Millionen Euro steckt Hemsö daher in diesem und den nächsten Jahren in das Zentrum. Derzeit wird das neue Gebäude innen ausgebaut. Darin entstehen 30 Wohnungen, die an Senioren vermietet werden, 16 Einzelzimmer für die stationäre Pflege sowie 14 Plätze in der sogenannten Tagespflege.

Gerade die Tagespflege ist ein Angebot für Menschen, die pflegebedürftig sind, aber noch zu Hause leben wollen. Vor allem Patienten mit Demenz sind Besucher derartiger Einrichtungen. „Gebucht werden kann das auch nur für einen Tag je Woche oder für alle fünf“, erläutert Roza Bering, Leiterin des Horst-Schmidt-Hauses, „und sollte es mindestens drei Anfragen für Wochenenden geben, bieten wir das auch samstags und sonntags an“.

Wie Single-Haushalte günstiger wohnen

27 der 30 Appartements für „Service-Wohnen“, wie Roza Bering es nennt, in dem Neubau seien bereits vergeben, berichtet Thiele. Dazu gebe es bereits eine Warteliste. Als nächstes soll am südöstlichen Ende des Grundstücks ein weiterer Neubau mit 14 Eigentumswohnungen errichtet werden. Außerdem wird das ehemalige Schwesternwohnheim saniert werden. Dazu muss es allerdings noch Baurecht geben. Bürgermeister Halil Öztas äußerte sich zuversichtlich, dass über den Bebauungsplan im September im Stadtparlament entschieden wird. Die Einwendungen und damit die Interessen der Nachbarn habe man dabei abgewogen und bewertet.

Beiderseitiges Profitieren versprechen sich Investoren, Träger und Stadt zudem vom Plan, an der Stelle der ehemaligen Sozialstation auf dem Gelände eine Kita für voraussichtlich fünf Gruppen zu bauen. Dieses Vorhaben könnte bis Ende 2019 umgesetzt sein.

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