„Worte werden zu Taten“

Experte: Strategie gegen Hetze in sozialen Netzwerken 

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Vortrag bei der Katholischen Erwachsenenbildung: Steffen Ball referiert unter dem Motto „Von Sozialen und Asozialen Netzwerken“.

In Sozialen Netzwerken ist der Ton oftmals sehr rau. Aber Kommunikationsexperte Steffen Ball gibt in Heusenstamm Tipps, wie es besser werden kann.

  • Vortragreihe in Heusenstamm über soziale Netzwerke 
  • Kommunikationsexperte Steffen Ball erklärt Strategie 
  • Fake News und Hetze in sozialen Netzwerken stoppen

Heusenstamm – Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) hat sich mit ihren Vortragsreihen längst einen Namen in Heusenstamm gemacht. Diesmal hatte die KEB zu einem Vortrag mit dem Titel „Von Sozialen und Asozialen Netzwerken“ eingeladen

Ausgiebig mit dem Thema auseinandergesetzt hat sich der Referent Steffen Ball. Der ist nach eigenen Angaben bekennender Fan sozialer Medien. Positiv sei, dass Menschen dadurch eine Stimme bekommen, die sonst keine hätten. 

Durch seine Tätigkeit in der digitalen und nicht-digitalen Kommunikation ist der Heusenstammer mit den modernen Medienkanälen bestens vertraut und als langjähriger Journalist kennt er sich auch mit der Sprache gut aus. Der Kommunikationsfachmann sitzt außerdem im Krisenstab, der sich nach dem Anschlag von Hanau gebildet hat.

„Sprache ist schön und zugleich furchterregend“, sagt Ball. Viele überschritten im Internet inzwischen immer häufiger Grenzen, diskriminierten Menschen und verbreiteten Rassismus und Sexismus. Dabei werde die Sprache bewusst zur Meinungsmache eingesetzt. Nazis wollten Juden entmenschlichen.

Strategien gegen Hetzte in Sozialen Netzwerken

Auch durch rechtspopulistische Politiker wie Donald Trump und Björn Höcke seien rassistische Angriffe wieder möglich. Die AfD habe einen großen Anteil daran, dass bestimmte Dinge im Internet wieder sag bar seien. Frei nach dem Motto: „Wenn der das macht, dann darf ich das auch.“ 

Täglich würden Unwahrheiten und Anfeindungen in Sozialen Netzwerken ungeprüft verbreitet und geteilt. „Die gesamte Dosis macht das Gift“, erklärt Ball. „Aussagen wie ,Man muss das auch mal sagen dürfen’ sind seiner Meinung nach nur Probebohrungen in das dünne Eis der Zivilisation.

Ball kritisiert die spürbare Zunahme der Unhöflichkeit. Besonders die alternativen Fakten hätten zugenommen, Verschwörungstheorien verbreiteten sich. Die Auswirkungen solcher Hasstiraden seien bereits offensichtlich: „Worte werden zu Taten“, zeige der Fall Lübke. 

Fake News in sozialen Netzwerken 

Auch die Meinungsäußerungen in WhatsApp-Gruppen nach dem Anschlag in Hanau betrachtet er sehr kritisch. Es gebe viele Äußerungen, die falsche Aussagen enthalten und vor allem seien die Behauptungen ohne Beleg. „Es wird etwas ins Internet gestellt, ohne dass es geprüft wird.“

Der Heusenstammer Kommunikationsexperte appelliert, dass man rassistischen und menschenverachtenden Meldungen die Rote Karte zeigen muss: „Wir müssen es wahrnehmen und widersprechen“, betont er. „Wir müssen die Verfehlungen dokumentieren und auch bei der Polizei anzeigen.“

Von Burghard Wittekopf

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