Adolf-Reichwein-Gymnasium feiert deutsch-französische Freundschaft

Wortgefechte auf der Bühne

Heusenstamm - Theaterszenen, ein Lied, ein Quiz und einige Fotos: Aus diesen „Zutaten“ haben Schüler des Adolf-Reichwein-Gymnasiums (ARG) ein Programm gestaltet, mit dem sie Mitschülern die Sprache Französisch schmackhaft manchen wollten. Von Claudia Bechthold 

Es ist der jährlich auch am ARG gefeierte Tag, an dem Frankreich und Deutschland 1963 ihre Freundschaft vertraglich festgelegt haben. Der 22. Januar war in diesem Jahr ein Sonntag. An diesem Tag hatten 1963 Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer jenen Vertrag unterschrieben, der die Freundschaft der ehemaligen Feinde besiegelte. Seit vielen Jahren erinnert das Adolf-Reichwein-Gymnasium an dieses historische Ereignis. Diesmal mit einer leichten Verspätung – am Dienstag. Werden oft Referenten aus diesem Anlass eingeladen, zeigen nun Schüler ihren Kameraden, wie viel Spaß es macht, Französisch zu lernen.

„Je veux“, der große Hit der Sängerin Zaz, erklingt gleich mehrmals an diesem Dienstagvormittag. Die Aula im C-Bau des Gymnasiums ist gut gefüllt. Wer keinen freien Stuhl mehr gefunden hat, lehnt an einer Wand oder nutzt die Chance, den einen oder anderen französischen Crêpes zu naschen, ebenfalls von Schülern zubereitet.

Der große Chor aus Neuntklässlern verlässt die Bühne. Nun sind es Schüler der Stufen neun und zehn (E-Phase), die einen Tisch und vier Stühle dort platzieren. Aus dem Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“ haben sie zwei Passagen herausgepickt und diese ein wenig umgeschrieben, um sie auf Französisch ihren Mitschülern zu präsentieren. Auch wer dieser Sprache nicht mächtig ist, ahnt, welche Wortgefechte sich die Protagonisten auf der Bühne liefern.

Lehrerin Dominika Post ist die Fachsprecherin für Französisch, das am ARG eine große Rolle spielt. Ist es doch eine der wenigen Schulen, an denen Französisch bereits von der fünften Klasse an gelernt werden kann. Aber auch als zweite Fremdsprache wird es neben Spanisch und Latein angeboten. „Für die zweite Fremdsprache arbeiten wir im Kurs-System“, erläutert Dominika Post, die Sprachstunden finden zur gleichen Zeit statt.

„Qui veut gagner les millions?“ heißt die französische Ausgabe von „Wer wird Millionär?“. Siebtklässler spielen die Show auf der Bühne nach – mit Aufgaben freilich, die allesamt etwas mit Frankreich zu tun haben, „Wie heißt das berühmteste Radrennen in Frankreich?“ Das zählt noch zu den leichteren Fragen, die „Tour de France“ kennt schließlich jeder. Einen Joker ziehen muss der Kandidat allerdings, als nach der Zeit gefragt wird, in der der Eiffelturm erbaut wurde. 1887 bis 1889 lautet die richtige Antwort.

Zum Abschluss des Vormittags geht es um den Schüleraustausch mit Frankreich. Zum einen berichten Sechst- und Siebtklässler über den wechselseitigen Austausch ganzer Gruppen.

Felicitas, Laura, Mariebell und Sadaf haben im vergangenen Jahr mehrere Wochen in der Gemeinde La Verpillière nahe Lyon verbracht. Plongée scolaire nennt sich dieser Austausch, bei dem die Schüler zu Beginn des Übergangs aus der neunten Klasse in die E-Phase nach Frankreich reisen. Sie leben in Gastfamilien und nehmen dort ganz normal am Unterricht teil. Am Ende erhalten sie eine Art Zeugnis.

„Die Zeit dort hat mir mehr Selbstbewusstsein gegeben, die Sprache auch wirklich zu sprechen“, berichtet Felicitas. Zudem habe sie Lyon kennen gelernt, „eine sehr schöne Stadt“. Und sie habe dort neue Freunde gefunden.

Nach vier Schulstunden geht der Frankreich-Tag am ARG zu Ende. Dominika Post macht noch schnell Werbung für einen Termin am Freitag, 17. Februar: „Da kommt das deutsch-französische Rap-Duo Zweierpasch, Double Deux, an die Schule, um einen Workshop und ein Konzert zu veranstalten.“

Bilder: Abschlussfeier der Adolf-Reichwein-Schule in Heusenstamm

Rubriklistenbild: © Bechthold

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