Nur noch 60 Computer an Adolf-Reichwein-Schule

Zahl der Schüler-PCs halbiert

+

Heusenstamm - Das ist einfach zu wenig, sagt Schulternbeirat Uwe Benning. Seit kurzer Zeit müssen sich die Jugendlichen an der Adolf-Reichwein-Schule mit halb so vielen Computern begnügen. Von Claudia Bechthold 

Das ist Teil des Programms zur Konsolidierung des Haushalts, sagt Kreis-Sprecherin Kordula Egenolf, und bereits 2012 beschlossen worden. Alle fünf Jahre erhalten Schulen im Kreis Offenbach neue Computer. Das sehen die Leasingverträge so vor. An der Heusenstammer Adolf-Reichwein-Schule (ARS), Haupt- und Realschule mit Förderstufe, ist man dabei aus allen Wolken gefallen. Statt der bislang mehr als 70 Computer waren es auf einmal nur noch 63 Rechner. Fünf Jahre zuvor hatte der Kreis der Schule mit mehr als 480 Schülern sogar noch 120 PCs gegönnt. Das hat der Kreistag 2012 so beschlossen. Und das ist auch mit allen Schulen so kommuniziert worden, sagt die Sprecherin des Kreises Offenbach, Kordula Egenolf, auf Anfrage. Diese Einsparung sei Teil des Konsolidierungskonzepts, mit dem die Finanzen dieser Institution wieder aus den roten Zahlen geholt werden soll.

Für Uwe Benning, Vorsitzender des Schulelternbeirats an der Adolf-Reichwein-Schule, ist das allerdings nicht nachvollziehbar. „Den Kindern soll an der Schule Medienkompetenz beigebracht werden; wie soll da den funktionieren, wenn sich im Grunde 480 Schüler um 60 Computer streiten müssen?“ Derzeit wüssten die Lehrkräfte noch nicht so genau, wie sie das Lehrplan-Pensum ohne die notwendige Zahl Computer erreichen sollen. So könnten etwa die Abschlussklassen Realschule ihre Präsentationen für Prüfungen nächste Woche nicht testen, weil PCs fehlen.

Wie wichtig das möglichst frühe Lernen am PC ist, sehe er selbst in seinem Beruf, erläutert Benning. Er ist Verkaufsleiter in einem großen Autohaus. Regelmäßig habe er Schulpraktikanten im Geschäft. Wenn diese Neuntklässler nicht einmal wüssten, wie eine Excel-Tabelle oder eine Power-Point-Präsentation erstellt werden, dann verschlechterten sich ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

20 Tipps: Sicher surfen und telefonieren

Ähnlich sieht es Armin Abbasi, derzeit Schulsprecher an der ARS. Zumal diese Programme ja auch nicht gerade günstig seien, viele Eltern sie also auch nicht für Zuhause anschafften. Aber Armin Abbasi geht es aber auch um freiwillige Arbeiten, wie eine Schulzeitung und vor allem das Schulradio, das sie wiederbeleben wollen. „Dazu brauchen wir Computer, mit denen wir ins Internet und Musik abspielen können“, betont der Schulsprecher. Derzeit behelfe er sich mit seinem privaten Notebook und mobilen Datenzugriff auf eigene Kosten. Eine Spendensammlung des Fördervereins helfe da leider auch nicht weiter, sagt Uwe Benning. Denn aus Sicherheitsgründen dürfen die Schulen keine anderen PCs an das Netzwerk hängen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare