Gönner möchte anonym bleiben

Langener Bürger spendet für die Gedenkstätte: 5000 Euro für die Synagoge

Freuen sich über die großzügige Spende eines Langener Bürgers (von links): Stadtarchivar Heribert Gött, der ehemalige Bürgermeister Frieder Gebhardt, Fachdienstleiter Uwe Sandvoß und Ralf Baier von der Stadt Langen.
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Freuen sich über die großzügige Spende eines Langener Bürgers (von links): Stadtarchivar Heribert Gött, der ehemalige Bürgermeister Frieder Gebhardt, Fachdienstleiter Uwe Sandvoß und Ralf Baier von der Stadt Langen.

Ein Langener Bürger hat 5 000 Euro für die Gedenkstätte ehemalige Synagoge an der Dieburger Straße gespendet.

Langen – Mit dem Geld des Gönners, der anonym bleiben möchte, wurde eine junge Eiche gepflanzt. Ihr Vorgängerbaum war 2019 dem großen Sturm zum Opfer gefallen. Außerdem konnte dank der Spende die Tür zum rituellen jüdischen Tauchbad, genannt Mikwe, mit einer Lochblechplatte versehen werden. Dadurch sollte nun kein Laub mehr in den Raum hinein wehen und diesen verschmutzen.

Darüber hinaus befestigte die Stadt auch den Übergang zum Nachbarhaus und gestaltete die Begrenzung an der Rückseite der Synagoge mit alten Sandsteinblöcken neu. Bereits im vergangenen Jahr war eine zweite Schautafel auf der Straßenseite angebracht worden, damit interessierte Bürgerinnen und Bürger nicht erst das Grundstück betreten müssen, um etwas über die Historie des Hauses zu erfahren.

Seit dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts sind Juden in Langen urkundlich nachweisbar. Im Laufe des 19. Jahrhunderts nahm die jüdische Bevölkerung stetig zu. Sie feierte ihre Gottesdienste bis in die 1850er Jahre in einem angemieteten Raum in der Obergasse, später in einem eigenen Gebäude in der Borngasse. Wegen räumlicher Enge erwarb die jüdische Gemeinde schließlich das Grundstück an der Dieburger Straße und errichtete dort eine Synagoge im neoromanischen Baustil samt eigener Mikwe.

Am 10. November 1938 setzten Nazis das Gotteshaus in Brand und zerstörten es völlig. Am einstigen Standort der Synagoge errichtete die Stadt nach dem Krieg aus den noch vorhandenen Reststeinen ein Mahnmal. (msc)

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