Wahlkampf für neue Kampagne genutzt

„Aktionsbündnis Langener Bannwald“: Protestschreiben gegen Rodung

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Der Sprecherkreis des „Aktionsbündnisses Langener Bannwald“ am Infostand (von links): Luis Martini, Matthias Rohrbach und Jaqueline Herth.  

Langen - Im aktuellen Landtagswahlkampf sind nicht nur die Parteien aktiv – auch das „Aktionsbündnis Langener Bannwald“ nutzt die Gunst der Stunde, um auf sein Anliegen aufmerksam zu machen.

Bei Infoständen in der Bahnstraße (heute und am kommenden Samstag jeweils ab 10 Uhr) wollen die Aktiven den Bürgern ihre Sicht der Dinge darlegen und sie zur Unterzeichnung eines Protestschreibens bewegen. Dieses soll dann an Politiker und das Regierungspräsidium weitergeleitet werden.
„Durch den Langener Bannwald zieht sich immer noch eine Schneise der Zerstörung“, sagt Matthias Rohrbach, einer der Sprecher des Aktionsbündnisses. „Der Wald mit seiner Artenvielfalt und seiner Funktion als Naherholungsgebiet geht Schritt für Schritt verloren. Die Sorgen der Bürger in Bezug auf die Trinkwasserversorgung, Lärmschutz und saubere Luft nehmen immer weiter zu.“

In Zeiten der Wetterextreme und des Klimawandels stehe der Hambacher Forst als Beispiel für den Unwillen der Menschen, tatenlos zuzusehen, wie die Natur Wirtschaftsinteressen zum Opfer falle. „Doch der Protest muss an anderer Stelle weiterwachsen und Politiker müssen endlich öffentlich Stellung beziehen“, erklärt Rohrbach.

Alles zum Kiesabbau in Langen lesen Sie auf unserer Themenseite.

Das Aktionsbündnis Langener Bannwald gründete sich im November 2017 aus unterschiedlichen Parteien und Organisationen als Reaktion auf die Genehmigung der Rodung von 8,9 Hektar Bannwald südöstlich des Waldsees als Teil der neuen Abbaufläche von rund 63,5 Hektar. Insgesamt habe die Firma Sehring bisher über 240 Hektar Wald gerodet, rechnet Rohrbach vor. Denn dies genehmigte das Regierungspräsidium Darmstadt trotz laufender Klage am Kasseler Verwaltungsgerichtshof im Sofortvollzug.

Die Ostgrube des Waldsees in Langen: Bilder

Mit Informationsveranstaltungen, Demonstrationen, Mahnwachen und anderen Aktionen habe das Aktionsbündnis seither viele neue Bündnispartner und zahlreiche Unterstützer gewonnen, so Rohrbach: „Unsere Forderungen nach einem unabhängigen Umweltgutachter und einer zeitnahen Renaturierung sind notwendig und mehr als gerechtfertigt, die Umsetzung durch Politik und Behörden ist überfällig.“

„Nicht das Profitinteresse einer Firma, sondern die Lebensqualität der Bürger, konkret auch eine Verschärfung des Bannwaldgesetzes und somit ein vernünftiger Naturschutz, sollten im Mittelpunkt der Wahl stehen“, erklärt Rohrbach die aktuelle Kampagne. Die Initiative hält an ihrem Infostand ein entsprechendes Protestschreiben bereit. Zudem kann es im Internet auf der Seite des Aktionsbündnisses bei www.facebook.com heruntergeladen und per E-Mail gesendet werden an: langenerbannwald@mail.de (ble)

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